Ein Schild mit der Aufschrift "Hass und Gewalt sind nicht die Antwort" auf einer Trauerandacht für die Getöteten von Pittsburgh. | Bildquelle: AP

Angriff auf US-Synagoge Trauer um die Toten von Pittsburgh

Stand: 28.10.2018 12:16 Uhr

Der Angriff auf eine Synagoge in Pittsburgh mit elf Toten hat große Bestürzung ausgelöst. Politiker und religiöse Autoritäten riefen dazu auf, sich Antisemitismus weltweit entgegenzustellen.

Nach dem Angriff auf eine Synagoge in der US-Stadt Pittsburgh, bei dem elf Menschen getötet wurden, haben Politiker und Vertreter der Glaubensgemeinschaften die Tat scharf verurteilt.

US-Präsident Donald Trump verurteilte das Massaker via Twitter als "Anschlag auf die Menschlichkeit". Es brauche die Zusammenarbeit aller, um "das Gift des Antisemitismus" aus der Welt zu schaffen.

Trumps Tochter und Beraterin Ivanka Trump, die zum Judentum konvertierte, twitterte: "Amerika ist stärker als die Taten eines verkommenen Eiferers und Antisemiten." Alle guten Amerikaner stünden an der Seite der jüdischen Gemeinschaft, um sich Terrorakten entgegenzustellen und "den Schrecken, Ekel und Zorn über das Massaker in Pittsburgh" zu teilen. "Gott segne die Betroffenen", schrieb sie.

Tödliche Schüsse in amerikanischer Synagoge lösen weltweit Entsetzen aus
tagesschau 20:00 Uhr, 28.10.2018, Claudia Buckenmaier, ARD Washington

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"Antisemitismus entschlossen entgegenstellen - überall"

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier wünschte in einem Kondolenzschreiben an US-Präsident Trump "den Menschen in den USA die Kraft, um die Trauer und den Schmerz zu bewältigen und um den Hass zu überwinden."

Bundeskanzlerin Angela Merkel teilte durch Regierungssprecher Steffen Seibert mit: "Ich trauere um die Toten von Pittsburgh, die offenbar Opfer von blindem antisemitischem Hass wurden. Mein Mitgefühl gilt den Familien; den Verletzten wünsche ich Kraft und Genesung. Wir alle müssen uns dem Antisemitismus entschlossen entgegenstellen - überall."

Der Antisemitismusbeauftragte der Bundesregierung, Felix Klein, betonte Deutschlands "besondere Verpflichtung" dabei: "Pittsburgh zeigt, dass der Kampf gegen Antisemitismus eine Aufgabe ist, die sich leider in vielen Ländern stellt", sagte er und forderte die österreichische EU-Ratspräsidentschaft auf, ein sichtbares Zeichen für die Sicherheit jüdischer Einrichtungen zu setzen.

Netanyahu: Angriff bricht ihm das Herz

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanyahu schrieb, die mörderische Attacke auf die Synagoge breche ihm das Herz und entsetze ihn.

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron verurteilte den "abscheulichen antisemitischen Akt" in Pittsburg und schrieb, seine Gedanken gälten den Opfern und ihren Hinterbliebenen sein Mitgefühl.

Großbritanniens Regierungschefin Theresa May zeigte sich "zutiefst schockiert" über die Ereignisse und sprach der jüdischen Gemeinde Pittsburgh und allen Betroffenen "dieser entsetzlichen und feigen Tat" ihr Mitgefühl aus.

Christliche Kirchen verurteilen Judenhass als Sünde

Der Jüdische Weltkongress reagierte erschüttert auf den Anschlag. Verbandspräsident Ronald S. Lauder erklärte, der Angriff richte sich nicht nur gegen die jüdische Gemeinschaft, sondern gegen das ganze Land.

Josef Schuster, Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, schrieb in einer Mitteilung: "Das Attentat zeigt, wohin ein Klima des Hasses führen kann. Ich hoffe, dass die amerikanische Gesellschaft jetzt zusammensteht." 

Der Generalsekretär des Weltkirchenrates, Olav Fykse Tveit, schrieb auf Facebook, der Angriff auf Juden sei verurteilenswert.

Papst Franziskus, das Oberhaupt der katholischen Kirche, sagte im Gespräch mit Pilgern auf dem Petersplatz über den Anschlag: "Wir alle sind in Wahrheit verwundet worden". Er bete für die Auslöschung von "Brutstätten des Hasses" und für stärkere moralische und bürgerliche Werte.

David Zubik, der römisch-katholische Bischof von Pittsburgh, erklärte, Hass auf Juden und andere Minderheiten sei eine schwere Sünde. eii leitende Bischöfin der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Amerika, Elizabeth Eaton, betonte, Antisemitismus stehe im Widerspruch zum Evangelium.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 28. Oktober 2018 um 11:00 Uhr.

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