Roman Polanski (Archivbild Februar 2015)

Polnische Regierung geht in Berufung Auslieferungsverfahren gegen Polanski wird aufgerollt

Stand: 31.05.2016 09:24 Uhr

Die polnische Regierung will den Regisseur Polanski weiterhin in die USA ausliefern: Justizminister Ziobro kündigte an, das Verfahren wieder aufrollen zu wollen. Er will gegen ein vorheriges Urteil, das die Auslieferung Polanskis abgelehnt hatte, in Berufung gehen.

Polen will das Auslieferungsverfahren gegen den Regisseur Roman Polanski an die USA wieder aufrollen. Justizminister Zbigniew Ziobro kündigte im Rundfunk an, dass er gegen ein Urteil eines Gerichts in Krakau, das die Auslieferung im vergangenen Jahr abgelehnt hatte, vor dem Obersten Gericht in Berufung gehen werde.

Nach Europa geflohen

Die US-Justiz wirft dem inzwischen 82-jährigen Regisseur vor, 1977 in Kalifornien eine 13-jährige vergewaltigt zu haben. Polanski bekannte sich damals wegen Sex mit einer Minderjährigen schuldig und saß dafür zunächst 42 Tage im Gefängnis, bevor er auf Kaution frei kam. Vor der Urteilsverkündung floh der Filmemacher nach Europa. Er kehrte seitdem nicht mehr in die USA zurück, weil er fürchtete, dass die Strafe trotz einer Übereinkunft mit der Staatsanwaltschaft höher als vereinbart ausfallen würde.

Vor einigen Jahren waren die US-Justizbehörden in der Schweiz mit einem Auslieferungsantrag gescheitert. Zwar nahmen die Schweizer Behörden Polanski auf US-Anweisung 2009 in Zürich fest und stellten ihn in seinem Chalet in Gstaad unter Hausarrest. Nach zehn Monaten wurde Polanski aber wegen Unklarheiten im Auslieferungsgesuch wieder freigelassen. Polanski lebt in Paris, besitzt aber auch eine Wohnung in im südpolnischen Krakau.

Justizminister und Generalstaatsanwalt

Minister Ziobro, der die Entscheidung der polnischen Justiz offiziell an die US-Behörden übermitteln muss, hatte sich in der Vergangenheit bereits für eine Auslieferung Polanskis ausgesprochen. Ziobro gehört der konservativen Regierungspartei Recht und Gerechtigkeit (PiS) an und wurde bei deren umstrittenen Reformen auch zum Generalstaatsanwalt ernannt.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 31. Mai 2016 um 10:00 Uhr

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