Wissenschaftler stehen auf der zugefrorenen Ostsee

Mammutprojekt "Mosaic" Ein Jahr festgefroren in der Arktis

Stand: 05.03.2019 15:14 Uhr

Es ist die größte Arktis-Expedition aller Zeiten: Im Herbst lassen sich Wissenschaftler ein Jahr mit einem Forschungsschiff im Packeis einfrieren - insgesamt 600 Menschen. In Finnland laufen die Vorbereitungen.

Von Friedrich Leist, NDR

Das Eis auf der Ostsee ist fast einen Meter dick, die Temperatur auf minus 17 Grad gefallen - ideale Bedingungen, um vor der finnischen Halbinsel Hailuoto die Eisdicke zu bestimmen.

Ein Wissenschaftler bohrt ein Loch ins Eis
galerie

Stahlbohrer statt Spezialgerät - Forscher bohren ein Loch in das meterdicke Eis.

Die Wissenschaftler schleppen ihre Geräte mit Schlitten auf das Eis. Bohrer, Stative, Messbänder, Sensoren, alles wird ausprobiert. Knapp 30 Polarforscher sind diesmal bei dem Vorbereitungskurs dabei. Jeder Teilnehmer der Polarexpedition muss später alle grundlegenden Messungen beherrschen, sagt Julia Regnery, die das Training leitet: "Falls jemand ausfällt, müssen die anderen einspringen können."

Im September wollen die Wissenschaftler mit dem Forschungsschiff "Polarstern" an einer Eisscholle in der Arktis festmachen. Das Schiff wird dann im Packeis einfrieren. Allein durch die Bewegung des Eises soll die Polarstern bis fast an den Nordpol heran kommen - Transpolardrift, so nennen die Forscher das. Etwa sieben Kilometer pro Tag legt die Polarstern auf diese Weise zurück.

Polar-Expedition soll die Auswirkung des Klimawandels untersuchen
tagesschau 12:00 Uhr, 04.03.2019, Friedrich Leist, ARD Stockholm

Download der Videodatei

Wir bieten dieses Video in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Videodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Video einbetten

Nutzungsbedingungen Embedding Tagesschau: Durch Anklicken des Punktes „Einverstanden“ erkennt der Nutzer die vorliegenden AGB an. Damit wird dem Nutzer die Möglichkeit eingeräumt, unentgeltlich und nicht-exklusiv die Nutzung des tagesschau.de Video Players zum Embedding im eigenen Angebot. Der Nutzer erkennt ausdrücklich die freie redaktionelle Verantwortung für die bereitgestellten Inhalte der Tagesschau an und wird diese daher unverändert und in voller Länge nur im Rahmen der beantragten Nutzung verwenden. Der Nutzer darf insbesondere das Logo des NDR und der Tageschau im NDR Video Player nicht verändern. Darüber hinaus bedarf die Nutzung von Logos, Marken oder sonstigen Zeichen des NDR der vorherigen Zustimmung durch den NDR.
Der Nutzer garantiert, dass das überlassene Angebot werbefrei abgespielt bzw. dargestellt wird. Sofern der Nutzer Werbung im Umfeld des Videoplayers im eigenen Online-Auftritt präsentiert, ist diese so zu gestalten, dass zwischen dem NDR Video Player und den Werbeaussagen inhaltlich weder unmittelbar noch mittelbar ein Bezug hergestellt werden kann. Insbesondere ist es nicht gestattet, das überlassene Programmangebot durch Werbung zu unterbrechen oder sonstige online-typische Werbeformen zu verwenden, etwa durch Pre-Roll- oder Post-Roll-Darstellungen, Splitscreen oder Overlay. Der Video Player wird durch den Nutzer unverschlüsselt verfügbar gemacht. Der Nutzer wird von Dritten kein Entgelt für die Nutzung des NDR Video Players erheben. Vom Nutzer eingesetzte Digital Rights Managementsysteme dürfen nicht angewendet werden. Der Nutzer ist für die Einbindung der Inhalte der Tagesschau in seinem Online-Auftritt selbst verantwortlich.
Der Nutzer wird die eventuell notwendigen Rechte von den Verwertungsgesellschaften direkt lizenzieren und stellt den NDR von einer eventuellen Inanspruchnahme durch die Verwertungsgesellschaften bezüglich der Zugänglichmachung im Rahmen des Online-Auftritts frei oder wird dem NDR eventuell entstehende Kosten erstatten
Das Recht zur Widerrufung dieser Nutzungserlaubnis liegt insbesondere dann vor, wenn der Nutzer gegen die Vorgaben dieser AGB verstößt. Unabhängig davon endet die Nutzungsbefugnis für ein Video, wenn es der NDR aus rechtlichen (insbesondere urheber-, medien- oder presserechtlichen) Gründen nicht weiter zur Verbreitung bringen kann. In diesen Fällen wird der NDR das Angebot ohne Vorankündigung offline stellen. Dem Nutzer ist die Nutzung des entsprechenden Angebotes ab diesem Zeitpunkt untersagt. Der NDR kann die vorliegenden AGB nach Vorankündigung jederzeit ändern. Sie werden Bestandteil der Nutzungsbefugnis, wenn der Nutzer den geänderten AGB zustimmt.

Einverstanden

Zum einbetten einfach den HTML-Code kopieren und auf ihrer Seite einfügen.

Die Arktis soll genau vermessen werden

Das Schiff dient als Basis, im Umkreis wird ein riesiges Netz von Messstationen aufgebaut, Wetterballons, Tauchroboter und Eisradare.

Die Arktis soll auf der Expedition ganz genau vermessen werden, sagt Natascha Oppelt, Professorin an der Uni Kiel: "Die Arktis ist ein Bereich, der vom Klimawandel ganz besonders betroffen ist." Wenn das Eis der Arktis schmelze, werde weniger Sonnenlicht von der Erde wegreflektiert - das wiederum führe dazu, dass die Arktis noch schneller taue.

Wissenschaftlerin Oppelt
galerie

"Wir wollen, dass auch die zukünftigen Generationen einen möglichst umfassenden Datensatz haben", sagt Natascha Oppelt von der Uni Kiel.

Bei der Vorbereitung in Finnland haben die Forscher inzwischen Löcher ins Eis gebohrt, mit einem handelsüblichen Akkuschrauber und einem ein Meter langen Bohrer. Statt hochentwickeltem Spezialgerät kommt beim Training in Finnland ein Maßband mit Gewicht zum Einsatz.

So haben die Polarforscher schon vor hundert Jahren die Dicke des Eises bestimmt. Diese Art der Messung sei oft am zuverlässigsten, sagt Oppelt: "Oft greift man dann doch eben auf diese etwas altertümliche Technik zurück, denn ein Zentimetermaß funktioniert immer, weil es keine Batterie braucht."

Insgesamt 900 Menschen beteiligt

Aus 17 Nationen kommen die Forscher, darunter Deutschland, Norwegen, Japan oder China. Federführend ist das Alfred-Wegener-Institut für Polarforschung in Bremerhaven. Jeweils rund einhundert Personen sind gleichzeitig vor Ort, Polarforscher, Crew und Ingenieure. Alle zwei Monate wird gewechselt.

Wissenschaftler entnehmen einem Bohrer Eis
galerie

Wissenschaftler entnehmen der Ostsee Eis. Insgesamt 900 Menschen sind an dem Projekt beteiligt.

Insgesamt sind mehr als 900 Menschen an der Mission beteiligt, 600 davon werden direkt in der Arktis eingesetzt. Mit Spezialflugzeugen und Eisbrechern werden die Menschen vor Ort versorgt. "Mosaic", so der Name der Forschungsexpedition, ist die größte Erforschung der Arktis überhaupt.

Dazu gehört auch die umfangreiche Vorbereitung in Finnland. Wer auf der Arktisexpedition eingesetzt wird, muss vorher trainieren. "Jeder auf der Expedition wird versuchen, das Maximum für die ganze Forschergemeinschaft herauszuholen und so viel wie irgend möglich zu messen", sagt Oppelt. "Wir wollen, dass auch die zukünftigen Generationen einen möglichst umfassenden Datensatz haben. Denn die werden mit Sicherheit noch mit unseren Daten arbeiten."

Mit diesen Daten, so hoffen die Forscher, können sie die Auswirkungen des Klimawandels genauer bestimmen - und vielleicht auch seine Folgen besser voraussagen.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 05. März 2019 um 12:00 Uhr.

Darstellung: