Demonstranten versammeln sich an der Stelle, an der George Floyd in Minneapolis bei einem Polizeieinsatz ums Leben kam.  | Bildquelle: REUTERS

Polizeigewalt in den USA Schwarzer stirbt nach brutaler Festnahme

Stand: 27.05.2020 08:07 Uhr

Ein Video zeigt, wie ein weißer Polizist einem schwarzen Mann minutenlang sein Knie ins Genick drückt. "Ich kann nicht atmen", sagt der immer wieder - wenig später ist er tot. Der Fall löste Proteste aus, das FBI ermittelt.

In den USA hat das Video eines Polizeieinsatzes einmal mehr für Entsetzen gesorgt. Zu sehen ist, wie ein weißer Polizist in der Stadt Minneapolis sein Knie mehrere Minuten lang an den Hals eines auf den Boden liegenden schwarzen Mannes drückt. "Ich kann nicht atmen", sagt dieser wiederholt und fleht um Hilfe, bevor er das Bewusstsein verliert. Der Afroamerikaner starb kurz danach im Krankenhaus.

Hunderte Menschen demonstrieren in Minnesota gegen Polizeigewalt
tagesschau 15:00 Uhr, 27.05.2020

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Der Bürgermeister der Stadt im Bundesstaat Minnesota, Jacob Frey, zeigte sich entsetzt. Die vier in den Fall involvierten Polizisten seien entlassen worden, erklärte Frey über Twitter. Auf Facebook schrieb er: "Es sollte in Amerika kein Todesurteil sein, schwarz zu sein." George Floyd hätte nicht sterben dürfen. "Wenn man jemanden um Hilfe rufen hört, sollte man helfen. Dieser Beamte versagte im grundlegendsten, menschlichen Sinne."

Das FBI ermittelt

Die Polizei Minneapolis teilte mit, der Vorfall werde nun nicht nur intern, sondern auch von der Bundespolizei FBI untersucht. Die Beamten seien am Montagabend einem Notruf wegen eines Fälschungsdelikts in einem Geschäft nachgegangen. Sie hätten einen in einem Auto sitzenden Mann angetroffen, auf den eine Beschreibung des Verdächtigen gepasst habe. Als er auf Aufforderung der Beamten aus seinem Auto gestiegen sei, habe er sich ihnen körperlich widersetzt. "Die Beamten konnten dem Verdächtigen Handschellen anlegen und bemerkten, dass er in einer medizinischen Notlage zu sein schien", ergänzte ein Polizeisprecher. Sie hätten daher einen Krankenwagen gerufen.

Der Anwalt Benjamin Crump twitterte, Floyds Familie habe ihn engagiert, um sie in diesem Fall von "missbräuchlicher, exzessiver und unmenschlicher Gewaltanwendung" zu vertreten. Die Polizei müsse zur Rechenschaft gezogen werden.

Wütende Proteste in Minneapolis

Hunderte Menschen versammelten sich am Abend in den Straßen von Minneapolis, um gegen Polizeigewalt zu demonstrieren. Einige von ihnen hielten Plakate mit der Aufschrift "Ich kann nicht atmen" in die Luft. Bei den Protesten wurden mehrere Fenster und ein Polizeiauto beschädigt, die Polizei ging mit Tränengas gegen die Demonstranten vor.

Demonstranten protestieren vor einer Polizeiwache in Minneapolis gegen Polizeigewalt. | Bildquelle: AFP
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Hunderte Demonstranten gingen gegen Polizeigewalt auf die Straße, nachdem das Video publik wurde.

Fälle von exzessiver Polizeigewalt gegen Schwarze haben in den vergangenen Jahren in den USA immer wieder für Empörung in großen Teilen der Öffentlichkeit gesorgt. Solche Fälle führten zur Gründung der Bewegung "Black Lives Matter" (Das Leben von Schwarzen zählt).

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 27. Mai 2020 um 12:00 Uhr.

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