Mohammed bin Salman, Kronprinz Saudi-Arabiens | Bildquelle: AFP

Fall Khashoggi Rückendeckung für den Kronprinzen

Stand: 28.11.2018 22:23 Uhr

Nach dem Fall Khashoggi wächst im US-Senat die Kritik an der amerikanischen Unterstützung für Saudi-Arabien. Doch Außenminister Pompeo und Pentagon-Chef Mattis verteidigen den Kronprinzen.

Nach Angaben von US-Außenminister Mike Pompeo hat der US-Geheimdienst CIA keine Belege für eine Verwicklung des saudischen Kronprinzen in den Mord am Journalisten Jamal Khashoggi.

Er habe alle Geheimdienst-Informationen zu dem Fall gelesen, sagte Pompeo in Washington. Es gebe "keine direkte Aussage" dazu, dass Mohammed bin Salman in den Mord verwickelt sei. Auch Pentagon-Chef James Mattis sieht keinen "unwiderlegbaren Beweis", dass der Kronprinz involviert sei.

Die beiden Minister liegen damit ganz auf der Linie von US-Präsident Donald Trump. Er hatte vor wenigen Tagen betont, dass die CIA in der Frage "nicht zu einem abschließenden Ergebnis gekommen" sei.

US-Außenminister Mike Pompeo | Bildquelle: AP
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Laut US-Außenminister Pompeo hat der US-Geheimdienst CIA keine Belege, und auch ...

Verteidigungsminister James Mattis in einer Anhörung im Abgeordnetenhaus. | Bildquelle: AFP
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... Pentagon-Chef Mattis sieht keinen "unwiderlegbaren Beweis", dass der Kronprinz in den Fall Khashoggi involviert sei.

Nach Konsulats-Besuch verschwunden

Khashoggi, der zuletzt als Kolumnist für die "Washington Post" gearbeitet hatte, ist seit einem Termin in Saudi-Arabiens Konsulat in Istanbul verschwunden. Saudi-Arabien räumte erst nach massivem internationalen Druck ein, dass der Regierungskritiker dort getötet wurde. Das saudische Königshaus beteuert allerdings, nichts davon gewusst zu haben.

Die "Washington Post" hatte dagegen berichtet, der US-Geheimdienst CIA sehe Salman als Drahtzieher hinter dem Mord. Die türkische Zeitung "Hürriyet" schrieb, die CIA habe Aufnahmen eines brisanten Telefongesprächs des Kronprinzen. Darin soll er gesagt haben, Khashoggi solle "so schnell wie möglich zum Schweigen gebracht werden". CIA-Direktorin Gina Haspel habe bei einem Türkeibesuch "signalisiert", die CIA habe jenes Gespräch zwischen dem Kronprinzen und dessen Bruder abgehört.

Debatte über Militärkoalition

Pompeo und Mattis hatten sich nach einem nicht-öffentlichen Treffen mit US-Senatoren geäußert. Angesichts der Ermordung des Journalisten wuchs im Senat zuletzt auch die Kritik an der Unterstützung der US-Regierung für die von Saudi-Arabien geführte Militärkoalition im Bürgerkrieg im Jemen. Washington liefert unter anderem Waffen an Saudi-Arabien und teilt militärische Geheimdiensterkenntnisse.

Pompeo und Mattis verteidigten diese Unterstützung bei dem Treffen mit den Senatoren. Eine Verringerung der militärischen Hilfe und ein Ende der Waffenverkäufe wäre "unklug" kurz vor "vielversprechenden" Friedensverhandlungen, hieß es in vorab verbreiteten Redeauszügen von Mattis. Beide priesen die Bedeutung Saudi-Arabiens und den US-Beitrag im Jemen-Konflikt. "Die Verbindungen zu Saudi-Arabien zu schwächen, wäre ein schwerer Fehler für die nationale Sicherheit der USA und für die unserer Verbündeten", hieß es in Auszügen von Pompeos Statement vor den Senatoren. Das Königreich sei eine wichtig für die Stabilität im Nahen Osten.

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 29. November 2018 um 10:09 Uhr.

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