Ein Gegenprotestler wirft während einer Kundgebung der Patriot-Prayer-Gruppe in Portland eine Rauchbombe. | Bildquelle: REUTERS

Ausschreitungen in den USA Krawalle und Festnahmen in Oregon

Stand: 05.08.2018 12:37 Uhr

Bei Protesten rechter und linker Demonstranten im US-Staat Oregon sind Flaschen und Steine geflogen. Menschen wurden verletzt. Linke Aktivisten werfen der Polizei vor, gezielt eine Eskalation herbeigeführt zu haben.

Anhänger rechtsextremer Gruppen und linke Gegendemonstranten haben sich in der US-Westküstenstadt Portland gewaltsame Auseinandersetzungen geliefert. Laut Polizei flogen bei den Kundgebungen im Bundesstaat Oregon Steine und Flaschen. Die Sicherheitskräfte ordneten daraufhin die Auflösung der Demonstrationen an. Vier Menschen seien in Gewahrsam genommen und mehrere Waffen im Laufe des Tages beschlagnahmt worden, teilte die Polizei mit.

Linke Aktivisten beschuldigten die Polizei, gezielt eine Eskalation herbeigeführt zu haben. Die rechtsextremen Gruppen Patriot Prayer und Proud Boys hatten zu einer Demonstration in einem Park aufgerufen, um den Patriot-Prayer-Gründer Joey Gibson zu unterstützen. Gibson kandidiert für die Republikanische Partei von US-Präsident Donald Trump für einen Sitz im US-Senat. Der von Gibson organisierte Protest war bereits der dritte in diesem Sommer in Portland. Die vorherigen Demonstrationen endeten mit blutigen Faustkämpfen und Unruhen.

Gegendemonstranten versammeln sich während einer Kundgebung in Portland auf der anderen Straßenseite von rechten Anhängern der Patriot-Prayer-Gruppe. | Bildquelle: AP
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Gegendemonstranten versammeln sich gegenüber von Anhängern der rechten Patriot-Prayer-Gruppe.

"Ohne Warnung mit Blendgranaten geschossen"

Gegner des rechten Aufmarschs hatten zu einer eigenen Kundgebung aufgerufen. An der Gegenkundgebung beteiligten sich auch Musiker, Demonstranten erschienen in Clown-Kostümen. Videos zeigten Hunderte Demonstranten und starke Polizeieinheiten. Auch Rauchwolken waren auf den Aufnahmen zu sehen.

Die Sicherheitskräfte lösten die Kundgebung nach den Stein- und Flaschenwürfen auf. Die Polizei beschlagnahmte nach eigenen Angaben Feuerwerkskörper.

Journalist erlitt Kopfverletzung

Die Organisatoren der Gegenkundgebung erhoben im Anschluss schwere Vorwürfe gegen die Polizei. Die Demokratischen Sozialisten Amerikas schrieben auf Twitter, Polizisten hätten "ohne Warnung" mit Blendgranaten auf die "antifaschistische Gruppe" geschossen. Die Sicherheitskräfte hätten die Lage eskalieren lassen und eine "gefährliche Situation" herbeigeführt.

Auto rast in Charlottesville in eine Menschenmenge. | Bildquelle: AP
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Vor einem Jahr fuhr ein Rechtsextremer mit seinem Auto in Charlottesville in eine Menschenmenge.

Ein Journalist der Zeitung "The Oregonian" wurde durch ein Geschoss am Kopf verletzt. Die Online-Seite der Zeitung, "Oregon Live", veröffentlichte ein Bild des Reporters mit blutüberströmtem Kopf. Bei Twitter schrieb er später, ihm gehe es den Umständen entsprechend gut - nach einer Untersuchung im Krankenhaus sei er nun zu Hause.

Angst vor zweitem Charlottesville

Die Polizei hatte die Teilnehmer der Kundgebungen im Vorfeld dazu aufgerufen, keine Schusswaffen mitzunehmen. Zudem waren strenge Kontrollen an den Eingängen des Parks angekündigt, in dem die Demonstration stattfand.

Die Behörden hatten befürchtet, dass es zu ähnlichen Szenen kommen könnte wie bei einem Aufmarsch von Rechten in Charlottesville im vergangenen Jahr. Damals hatte ein Rechtsextremer einen Wagen in die Gegendemonstranten gelenkt, eine Frau wurde getötet.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 05. August 2018 um 10:00 Uhr.

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