Fussball Krawalle Urteil Ägypten

Gericht in Ägypten spricht Urteil Haftstrafen wegen Krawallen von Port Said

Stand: 09.03.2013 11:12 Uhr

Wegen der Krawalle rund um ein Fußballspiel im ägyptischen Port Said hat ein Gericht in Kairo Haftstrafen von einem Jahr bis lebenslänglich verhängt. Außerdem bestätigten die Richter die bereits im Januar verhängten Todesurteile gegen 21 Angeklagte.

Insgesamt waren 73 Menschen angeklagt - neben zahlreichen Fußballfans auch Sicherheitskräfte. Das Gericht verurteilte fünf Angeklagte zu lebenslanger Haft und verhängte mehrere Gefängnisstrafen. Insgesamt gab es aber auch 28 Freisprüche - unter anderem für sieben der neun angeklagten Sicherheitskräfte.

Der damals zuständige Polizeichef wurde jedoch verurteilt. Er muss für 15 Jahre ins Gefängnis. Den Sicherheitskräften wurde vorgeworfen, den Tumulten nach einem Ligaspiel zwischen Al-Masri aus Port Said und dem Kairoer Klub Al-Ahli im Februar 2012 tatenlos zugesehen zu haben.

Ausschreitungen in Port Said
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Bei den Ausschreitungen im Stadion in Port Said kamen insgesamt 74 Menschen ums Leben.

Tat gilt als politisch motiviert

Bereits während des Spiels hatte es Auseinandersetzungen zwischen den Erzrivalen gegeben. Nach dem Spiel stürmten die Al-Masri-Anhänger das Spielfeld und griffen die Gästefans an. Der Angriff soll geplant gewesen sein. Offenbar wurden die Notausgänge für die Al-Ahli Anhänger versperrt. Bei den Krawallen kamen insgesamt 74 Menschen ums Leben.

Der Angriff im Fußballstadion gilt als politisch motiviert. Während die Fans von Al-Ahli aus Kairo als Unterstützer der Revolution bekannt sind, stehen die Anhänger von Al-Masri aus Port Said in dem Ruf, hinter dem ehemaligen Machthaber Hosni Mubarak zu stehen.

Das Gerichtsverfahren wurde aus Sicherheitsgründen in die Hauptstadt Kairo verlegt, nachdem es in Port Said bereits seit Wochen heftige Proteste und gewaltsame Zusammenstöße im Zusammenhang mit der juristischen Verfolgung der Krawalle gibt.

Das Todesurteil gegen 21 Angeklagte im Januar hatte massive Ausschreitungen in der Region zur Folge, bei denen Dutzende Menschen ums Leben kamen.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 9. März 2013 um 12:00 Uhr.

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