Corona-Krise in Portugal Bundeswehr hilft ab Mittwoch

Stand: 01.02.2021 20:57 Uhr

In Portugal wütet das mutierte Coronavirus - die Kliniken des Landes sind überfüllt. Bereits am Mittwoch soll deshalb laut Verteidigungsministerium der Hilfseinsatz der Bundeswehr starten.

Von Kai Küstner, ARD-Hauptstadtstudio

Sowohl Personal als auch jede Menge Material wird die große A400M-Transportmaschine der Bundeswehr enthalten, die am Mittwochvormittag auf die Reise in Richtung Südeuropa geschickt wird: Ein Team von insgesamt 26 Ärztinnen und Ärzten, Pflegekräften und Hygienefachleuten soll den derzeit völlig überlasteten Portugiesen zur Seite stehen.

Drei Wochen Einsatz - mit Option auf Verlängerung

Die Deutschen sollen sowohl bei der Behandlung von Patienten helfen als auch beim Erarbeiten von Hygieneplänen für die Kliniken. Vorgesehen ist deren Einsatz für zunächst drei Wochen. Eine Verlängerung schließt man im Verteidigungsministerium nicht aus.

Mit im Gepäck hat das von Wunstorf in Niedersachsen startende Team jede Menge medizinisches Material: Insgesamt 50 Atemgeräte stellt Deutschland Portugal zur Verfügung. Hinzu kommen 150 Feldkrankenbetten sowie 150 Infusionen.

In Portugal waren die Ansteckungszahlen zuletzt rasant gestiegen, es grassiert die Coronavirus-Mutation aus Großbritannien. Kliniken und Personal haben keinerlei Kapazitäten mehr. Deshalb hatte das EU-Land die Bundesregierung um Hilfe gebeten. Für Portugal und andere Staaten gilt derzeit eine Einreisesperre nach Deutschland.

Team ist geimpft

Sämtliche Ärztinnen, Ärzte und Pflegekräfte, die sich nun in Richtung Portugal aufmachen, sind mindestens einmal geimpft - wie aus einer Unterrichtung für den Verteidigungsausschuss des Bundestages hervorgeht, die dem ARD-Hauptstadtstudio vorliegt, mit dem Impfstoff des Herstellers Moderna. Die zweite Impfdosis soll dann vor Ort verabreicht werden. Zudem werden die Sanitätskräfte mit besonders sicheren FFP-3-Masken und doppelten Handschuhen ausgerüstet, wie auch hierzulande auf Corona-Stationen üblich.

Vergangene Woche hatte bereits ein Erkundungsteam der Bundeswehr den Bedarf des EU-Partners Portugal ermittelt. Nur wenige Tage nach dessen Rückkehr startet der Hilfseinsatz nun also.

Bundeswehr im Corona-Einsatz

Bereits im Frühjahr 2020 hatte die Bundeswehr den französischen Nachbarn und auch Italien bei der Verlegung von Corona-Patienten in deutsche Kliniken geholfen. In der Bundesrepublik selbst sind derzeit mehr als 5000 Soldatinnen und Soldaten in den Gesundheitsämtern bei der Pandemiebekämpfung im Einsatz. Knapp 2400 helfen bei Impfungen, hinzu kommen mehr als 1000, die in Alten- und Pflegheimen mit anpacken.

Die Truppe hält eine Krisenreserve von rund 20.000 Soldatinnen und Soldaten vor, die auf Antrag ziviler Stellen in Corona-Zeiten helfen können. Da diese Reserve langsam als ausgeschöpft gilt, wird über eine Aufstockung nachgedacht.

Hilfe für Portugal: Bundeswehr-Einsatz beginnt Mittwoch
Kai Küstner, ARD Berlin
01.02.2021 19:02 Uhr

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Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 01. Februar 2021 um 12:40 Uhr.

Korrespondent

Kai Küstner | Bildquelle: Jens Jeske/www.jens-jeske.de Logo NDR

Kai Küstner, NDR

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