Österreichische Presse | Bildquelle: picture alliance / AP Photo

Pressefreiheit Österreich Keine weiße Weste mehr

Stand: 18.04.2019 10:23 Uhr

Österreich ist bei der Pressefreiheit von Platz elf auf Platz 16 gefallen. Die verbalen Angriffe auf Journalisten hätten zugenommen - vor allem seit die rechtspopulistische FPÖ mitregiert, so Reporter ohne Grenzen.

Von Srdjan Govedarica, ARD-Studio Wien

Österreich falle nicht nur von Platz elf auf Platz 16, sondern verliere auch seine Einstufung als Land mit guter Pressesituation und damit auch seine weiße Weste, heißt es in einer Pressemitteilung der Organisation Reporter ohne Grenzen.

Diese "massive Verschlechterung" erkläre sich vor allem durch verbale Angriffe auf Journalisten aus der Politik. Vor allem seit dem Regierungsantritt der Koalition aus der konservativen ÖVP und der rechten FPÖ seien diese Angriffe häufiger geworden, bilanziert Reporter ohne Grenzen und liefert auch einige Beispiele: So habe FPÖ-Chef und Vizekanzler Heinz-Christian Strache versucht, den bekannten ORF-Moderator Armin Wolf als Lügner zu diffamieren.

Kritische Medien von Information fernhalten

Außerdem sei angekündigt worden, ein Drittel der Korrespondentenposten beim ORF streichen zu wollen, falls diese Journalisten nicht "korrekt" berichten. Das Innenministerium habe zudem in einem Schreiben an die Polizei verfügt, kritische Medien von Informationen fernzuhalten.

Rubina Möhring, die Präsidentin von Reporter ohne Grenzen Österreich, nennt die Situation alarmierend: "Ich bin schockiert, in welche Richtung sich die Pressefreiheit in einem Land wie Österreich entwickelt hat".

Massive Verschlechterung der Pressefreiheit in Österreich
Srdjan Govedarica, ARD Wien
18.04.2019 11:06 Uhr

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Über dieses Thema berichtete Inforadio am 18. April 2019 um 09:33 Uhr.

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