Demonstration in Wien gegen 12-Stunden-Arbeitstage | Bildquelle: dpa

Arbeitszeit in Österreich Massenprotest gegen 12-Stunden-Tage

Stand: 30.06.2018 21:01 Uhr

Österreichs Regierung will die Arbeitszeiten flexibilisieren und damit auch 12-Stunden-Arbeitstage ermöglichen. Gegen diese Pläne gingen in Wien mindestens 80.000 Menschen auf die Straße.

Zehntausende Österreicher haben in Wien gegen die Regierungspläne zur Flexibilisierung der Arbeitszeiten demonstriert. Die Polizei sprach von 80.000 Teilnehmern. Der Österreichische Gewerkschaftsbund (ÖGB), der zu der Kundgebung aufgerufen hatte, zählte mindestens 100.000 Teilnehmer.

Der Protest richtet sich gegen das Vorhaben der ÖVP-FPÖ-Koalition, die Arbeitszeiten zu flexibilisieren. Dies schließt die Möglichkeit ein, freiwillig länger zu arbeiten: bis zu zwölf Stunden pro Tag und bis zu 60 Stunden in der Woche. Am generellen 8-Stunden-Tag und der 40-Stunden-Woche solle aber nicht gerüttelt werden, versichert die Regierung.

Gewerkschaften strikt gegen Regierungspläne

Demonstration in Wien gegen 12-Stunden-Arbeitstage | Bildquelle: dpa
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Die Gewerkschaften lehnen 12-Stunden-Arbeitstage strikt ab.

Die Gewerkschaften sind strikt dagegen. "Wir werden Widerstand leisten mit allen Mitteln, die uns zur Verfügung stehen", sagte ÖGB-Präsident Wolfgang Katzian bei der Demonstration in Wien. Er forderte die Regierung von Bundeskanzler Sebastian Kurz auf, die Bürger in einem Referendum nach ihrer Meinung zum 12-Stunden-Tag und der 60-Stunden-Woche zu befragen.

Viel Streit gab es in den vergangenen Wochen vor allem über die Gründe, die Arbeitnehmer angeben müssen, wenn sie nicht mehr als zehn Stunden am Tag arbeiten wollen. Nachdem die beiden Regierungsparteien ÖVP und FPÖ zurückruderten, sollen die Arbeitnehmer nun ohne Gründe die Mehrarbeit verweigern können. Das Parlament in Wien will die Neuregelung der Arbeitszeiten am kommenden Donnerstag beschließen.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 30. Juni 2018 um 21:24 Uhr.

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