Beim Verlassen der Haftanstalt wurden die Pussy-Riot-Mitglieder erneut festgenommen. | Bildquelle: REUTERS

Pussy Riot WM-Flitzer nach Arrest wieder festgenommen

Stand: 31.07.2018 03:25 Uhr

Beim WM-Endspiel in Moskau stürmten Pussy-Riot-Aktivisten das Spielfeld. Dafür erhielten sie 15 Tage Arrest. Kaum hatten sie nun das Gefängnis verlassen, wurden sie wieder festgenommen.

Vier Aktivisten der russischen Punkband Pussy Riot sind nur wenige Minuten nach ihrer Entlassung aus zweiwöchiger Haft erneut festgenommen worden. Vor dem Ausgang der Haftanstalt in Moskau führte die Polizei die drei freigelassenen Frauen ab und fuhr sie in einem Polizeitransporter weg. Ein vierter Aktivist, der aus einer anderen Haftanstalt entlassen wurde, wurde nach eigenen Angaben ebenfalls umgehend wieder festgenommen.

Veronika Nikulschina, Olga Kuratscheva, Olga Pachtusowa und Pjotr Wersilow waren wegen ihrer Protestaktion beim Finale der Fußball-Weltmeisterschaft in Moskau zu 15 Tagen Arreststrafe verurteilt worden.

Nach der neuerlichen Festnahme veröffentlichte Pachtusowa auf Facebook Aufnahmen aus dem Inneren des Polizeitransporters. Die Polizei habe ihnen unmittelbar nach der Haftentlassung vorgeworfen, gegen Versammlungsgesetze verstoßen zu haben, sagte sie. "Sie haben uns sonst nichts gesagt, sie haben uns einfach in den Transporter gesetzt und weggefahren".  Wersilow schrieb auf Twitter: "Sie haben uns gesagt, sie werden uns die Nacht über unter Arrest stellen."

Forderung nach Freilassung politischer Gefangener

Die vier Aktivisten waren beim WM-Endspiel zwischen Frankreich und Kroatien in Polizeiuniformen auf das Spielfeld im Moskauer Luschniki-Stadion gerannt. Auf Facebook erklärten sie ihre Aktion: Sie forderten die Freilassung politischer Gefangener, keine Festnahmen bei Kundgebungen mehr und es solle mehr politischen Wettbewerb in Russland geben.

Das Spiel wurde kurz unterbrochen, Sicherheitskräfte brachten die Aktivisten vom Spielfeld. Während der Aktion war auch Russlands Staatschef Wladimir Putin im Stadion.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 31. Juli 2018 um 04:00 Uhr.

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