Russlands Präsident Wladimir Putin

Putin im russischem Staatsfernsehen "Wir müssen die Krim zurückholen"

Stand: 15.03.2019 19:49 Uhr

Das russische Staatsfernsehen hat weitere Aussagen von Präsident Putin aus einer Dokumentation zur Annexion der Krim ausgestrahlt. Darin begründet er sein Vorgehen mit dem Schutz der Einwohner der Krim.

Das russische Staatsfernsehen hat einen weiteren Ausschnitt aus einer Dokumentation zur Annexion der Krim ausgestrahlt. In dieser zweiten Version sind weitere Ausschnitte aus einem Interview mit Präsident Wladimir Putin zu sehen, die wesentlich stärker die Argumentation in den Mittelpunkt rücken, Russland habe den Bewohnern der Krim die Möglichkeit geben wollen, selbst über ihr weiteres Schicksal zu entscheiden.

Putin erklärt in dem Interview, bei einem Treffen mit Sicherheitsberatern in der Nacht zum 23. Februar 2014 gesagt zu haben: "Wir müssen beginnen, die Krim zurück zu Russland zu holen." Das umstrittene Referendum auf der Krim zum Anschluss an Russland fand erst Wochen später, am 18. März 2014 statt. Im Gegensatz zum ersten ausgestrahlten Trailer enthält nun der zweite Ausschnitt einen deutlich erweiterten Satz des Präsidenten: "Wir waren gezwungen, die Arbeit an der Rückholung der Krim zu Russland zu beginnen, weil wir dieses Gebiet und seine Einwohner nicht ihrem Schicksal, von Nationalisten erdrückt zu werden, überlassen konnten." Mit dem Begriff "Nationalisten" bezieht sich Putin in dem Interview auf die neue ukrainische Staatsführung, die nach dem Sturz des Präsidenten Viktor Janukowitsch die Regierungsgeschäfte übernommen hatte.

Dokumentation "Die Krim - Die Rückkehr nach Hause"

In der Dokumentation "Die Krim - Die Rückkehr nach Hause" sind Ausschnitte eines Interviews mit dem russischen Präsident Wladimir Putin zu sehen, das in seinem Büro geführt wurde. Zwischendurch werden in den bisher ausgestrahlten Trailern Bilder von Kampfhubschraubern und Panzern gezeigt. Als Sendetermin für die gesamte Dokumentation nannte der Staatssender Rossija 1 inzwischen den 16. März.

"Hätte mehr Unabhängigkeit innerhalb der Ukraine akzeptiert"

In dem zweiten nun ausgestrahlten Ausschnitt der Dokumentation sagt Putin, die Entscheidung zur Annexion sei erst angesichts der Ereignisse in Kiew gefallen. Wenn die Menschen auf der Krim sich für mehr Unabhängigkeit "innerhalb der Ukraine" ausgesprochen hätten, hätte er auch dies akzeptiert, sagte der russische Staatschef. "Es war nicht das endgültige Ziel, die Krim in Besitz zu nehmen." Er habe vielmehr den Menschen die Möglichkeit geben wollen, "ihre Meinung zu äußern, wie sie künftig leben wollen", sagte Putin.

Vier Tage nach der Sitzung in der Nacht zum 23. Februar, auf die sich Putin in seinen Aussagen bezieht, übernahm eine schwer bewaffnete Kommandoeinheit die Kontrolle über das Regionalparlament der Krim. Dieses stimmte daraufhin in einer kurzfristig angesetzten Sitzung für die Abhaltung eines Referendums über den Anschluss an Russland. Die Ukraine warf Moskau daraufhin eine "Invasion" der Halbinsel vor.

Westen und Ukraine halten Vorgehen für rechtswidrig

Obwohl sich die Hinweise mehrten, dass es sich bei den Truppen ohne Hoheitskennzeichen, die strategische Orte auf der Krim besetzten, um russische Soldaten handelte, bestritt Moskau eine direkte Beteiligung. Am 4. März sagte Putin zu Annexionsplänen: "Nein, das beabsichtigen wir nicht. Ich bin der Meinung, dass ausschließlich die Bürger, die auf dem Territorium leben (…) ihre Zukunft bestimmen können und müssen."

Nach einer umstrittenen Volksabstimmung wurde die Krim am 18. März dann jedoch von Russland offiziell annektiert - ein Schritt, der von Kiew und dem Westen bis heute als rechtswidrig betrachtet wird.

Putin hatte bereits in einem ARD-Interview zugegeben, dass russische Soldaten an der Besetzung der Krim beteiligt gewesen waren.

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