Russlands Präsident Putin beim "Heißen Draht".

Putins "Heißer Draht" "PanamaPapers" als Provokation

Stand: 14.04.2016 14:03 Uhr

Präsident Putin tritt einmal jährlich bei einer Bürgersprechstunde im russischen Fernsehen auf. Diesmal nahm er Stellung zur schwachen Wirtschaft, den Kriegen in Syrien und der Ukraine sowie den "PanamaPapers". Putin bezeichnete diese als Provokation - und wittert eine Verschwörung.

Russlands Präsident Wladimir Putin hat sich im Staatsfernsehen den Fragen von Zuschauern gestellt. Im Zentrum steht dabei die schwere Wirtschaftskrise, die zu Entlassungen, Lohnkürzungen und Rubelverfall geführt hat. Der "Heiße Draht" dauert traditionell mehrere Stunden. Die Show wird live von Fernsehkanälen und Radiosendern übertragen.

Auch die "PanamaPapers" waren Thema. Putin bezeichnete die Enthüllungen als Provokation. Die deutsche Zeitung, die die Daten an einen internationalen Rechercheverbund gegeben hatte, gehöre dem US-Finanzunternehmen Goldman Sachs, so Putin. Der Präsident hatte bereits zuvor behauptet, die "PanamaPapers" seien ein Versuch, von außen Unfrieden in Russland zu stiften. Diesen Vorwurf erneuerte Putin.

"SZ hat keine Verbindungen zu Goldman Sachs"

Die Süddeutsche Zeitung hat auf die Behauptung Putins reagiert: Das Blatt gehöre weder direkt noch indirekt Goldman Sachs, sagt der Geschäftsführer der SZ, Stefan Hilscher. Ihm zufolge ist die "Süddeutsche Zeitung" eine 100-prozentige Tochtergesellschaft des Süddeutschen Verlags. Dieser gehöre zur Südwestdeutschen Medienholding und einer Verlegerfamilie. "Die Südwestdeutsche Medienholding besitzt keine gesellschaftsrechtlichen Verbindungen zu Goldman Sachs", so Hilscher.

Er forderte die USA auf, "imperialistische Ambitionen" aufzugeben und Russland als gleichwertigen Partner zu respektieren. Putin betonte, es habe auch eine konstruktive Zusammenarbeit zwischen Russland und den USA gegeben, beispielsweise beim Kampf gegen den Terrorismus oder das iranische Atomprogramm.

"Aggression gegen Kurden"

Putin warf der türkischen Regierung eine militärische Aggression gegen Kurden vor. Ankara führe im Süden des Landes "praktisch einen Bürgerkrieg" mit Panzern und Artillerie. Die internationale Gemeinschaft schweige dazu. "Aber Russland kann darüber nicht hinwegsehen", sagte Putin. Die Beziehungen zwischen beiden Ländern sind seit dem Abschuss eines russischen Kampfjets durch die Türkei im Grenzgebiet zu Syrien Ende November extrem angespannt.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 14. April 2016 um 15:00 Uhr.

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