Amy Cooper wird in New York angeklagt, weil sie einen Afro-Amerikaner nach einem Wortgeplänkel im Central Park angezeigt hatte. | Bildquelle: AP

USA Rassismus-Vorfall im Central Park vor Gericht

Stand: 06.07.2020 22:59 Uhr

Ein schwarzer US-Bürger bat im New Yorker Central Park eine weiße Frau, ihren Hund anzuleinen. Sie weigerte sich - und rief die Polizei. Nun kommt der Vorfall wegen Falschanzeige vor Gericht.

Nach einem Rassismus-Vorfall im Central Park hat die New Yorker Staatsanwaltschaft Anklage erhoben. Ein schwarzer Hobby-Vogelbeobachter hatte dort Ende Mai eine weiße Frau gebeten, den Parkregeln entsprechend ihren Hund anzuleinen.

Die Frau lehnte dies jedoch ab. Es kam zu einem Streit, den der Mann mit seiner Handykamera aufzeichnete. "Ich werde ihnen sagen, dass ein afroamerikanischer Mann mein Leben bedroht", sagte sie unmittelbar vor dem Anruf bei der Polizei - und machte ihre Drohung wahr: "Hier ist ein afroamerikanischer Mann, ich bin im Central Park, er filmt mich und bedroht mich und meinen Hund", sagte sie der Notrufzentrale.

Obwohl der Mann mehrere Meter von ihr entfernt stand und sich nicht bewegte, wiederholte sie die Anschuldigung mit dramatischer, sich überschlagender Stimme und rief "Bitte schicken Sie sofort die Polizei!"

Das Video des Vorfalls, das die Schwester des Vogelbeobachters auf Twitter veröffentlicht hatte, war millionenfach angesehen worden und hatte in den USA für Wirbel gesorgt.

"Ich entschuldige mich demütig und vollkommen"

Der zuständige Staatsanwalt Cyrus Vance kündigte an, dass sich die Frau nun wegen fälschlicher Anzeige eines Vorfalls verantworten müsse, was mit bis zu einem Jahr Gefängnis bestraft werden kann.

Im Vorfeld hatte auch New Yorks Bürgermeister Bill de Blasio sie schwer kritisiert und gesagt, das Video zeige "Rassismus, ganz einfach".

Die Frau wurde inzwischen von ihrem Arbeitgeber entlassen. Sie wies alle Rassismusvorwürfe zurück und sagte: "Es war inakzeptabel und ich entschuldige mich demütig und vollkommen."

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