Roboter in Krankenhäusern in Ruanda | Bildquelle: dpa

Corona-Krise in Ruanda Roboter helfen in Krankenhäusern

Stand: 31.05.2020 12:38 Uhr

Ruanda testet jetzt digitale Krankenpfleger in der Behandlung von Corona-Patienten. Fünf Roboter werden eingesetzt, um das Personal zu schützen. Im Land wird nun auch der erste Todesfall gemeldet.

Von Antje Diekhans, ARD-Studio Nairobi

Ruanda feiert sein neues digitales Hightech-Produkt: Selbst die Begrüßung bei der Pressekonferenz übernimmt ein Roboter. Er sieht ein bisschen aus wie R2D2 aus Star Wars - nur mit weniger blinkenden Lichtern. Der etwa hüfthoch große Roboter stellt sich selbst vor: "Ich bin bereit, meinen neuen Job im Behandlungszentrum zu beginnen - zusammen mit meinen vier Geschwistern. Ich will das Risiko für die Mitarbeiter im Gesundheitsbereich beim Kampf gegen Covid-19 verringern."

Die insgesamt fünf humanoiden Roboter haben klangvolle Namen wie Akazuba und Urumuri und wurden hergestellt von der belgischen Firma Zora Robotics. Deren Chef hatte Ruandas Präsident Paul Kagame bei einer Konferenz in Bonn getroffen - und gleich nach Flugtickets gefragt. Sicher könne er eins haben, erwiderte Kagame, wenn er seine Roboter mitbringen würde. Dies war der Auftakt der Kooperation.

Fieber messen, auf Mundschutz achten

Die Roboter wurden jetzt mit Unterstützung des Entwicklungsprogramms der Vereinten Nationen angeschafft. Tommy Deblieck von Zora Robotics erklärt im hauseigenen Internetauftritt, was sie alles können. An erster Stelle messen sie die Temperatur. Und zwar von 20 Leuten gleichzeitig. Sie können feststellen, ob jemand eine Mund-Nasen-Maske trägt. Wer keine Maske hat, wird vom Roboter darauf hingewiesen.

Roboter in Krankenhäusern in Ruanda | Bildquelle: dpa
galerie

Gespannt verfolgen die Gäste in Kigali die Präsentation der Roboter.

Ruandas Regierung hat schon lange eine Vorliebe für neue Technologien. Präsident Kagame schaffte vor einiger Zeit Drohnen an für den Transport von Spenderblut und für den Einsatz von Pestiziden.

Damals sagte er dem ruandischen Fernsehen: "Ruanda macht Informations- und Kommunikationstechnologien zum Kern der Entwicklungsstrategie. Denn wir wissen, wie sehr Leben dadurch verändert werden kann. Die Technologien tragen zum Wandel bei, den wir wollen."

Die Roboter sollen jetzt in zwei Krankenstationen mit Corona-Fällen eingesetzt werden. Fast unermüdlich werden sie die Werte der Patienten speichern - bis sie irgendwann wieder aufgeladen werden müssen.

Ruanda - Roboter statt Krankenpfleger im Kampf gegen Corona
Antje Diekhans, ARD Nairobi
29.05.2020 15:12 Uhr

Download der Audiodatei

Wir bieten dieses Audio in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Audiodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Darstellung: