Roger Stone nach dem Schuldspruch in Washington. | Bildquelle: AFP

Russland-Affäre Trump-Vertrauter Stone verurteilt

Stand: 15.11.2019 20:43 Uhr

Schuldig in allen Anklagepunkten: Roger Stone, ein langjähriger Vertrauter von US-Präsident Trump ist in Zusammenhang mit der Russland-Affäre verurteilt worden. Das Strafmaß steht noch aus - bis zu 20 Jahre Haft sind möglich.

Zeugen beeinflusst, den Kongress angelogen, die Justiz behindert - schuldig in allen Punkten der Anklage: So lautet das Urteil der Jury gegen Donald Trumps langjährigen Vertrauten und Wahlkampfhelfer Roger Stone. Ihm war vorgeworfen worden, die Untersuchung des US-Repräsentantenhauses blockiert zu haben, in der es um eine mögliche Absprache zwischen Trumps Wahlkampfteam und Russland zur Beeinflussung der Wahl von 2016 ging.

Stone drohen bis zu 20 Jahren Haft

Russland-Sonderermittler Robert Mueller verlässt das Kapitol in Washington. | Bildquelle: REUTERS
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Russland-Affäre: Sonderermittler Robert Mueller

Stone ist der sechste Trump-Mitarbeiter oder -Berater, der wegen Vorwürfen im Zuge der Russland-Ermittlungen von Sonderermittler Robert Mueller verurteilt wurde. Stone hatte ein Fehlverhalten bestritten und den Fall als politisch motiviert dargestellt. Das Strafmaß soll am 6. Februar bekanntgegeben werden. Der 67-jährige Stone könnte eine Haftstrafe von bis zu 20 Jahren bekommen. Er sagte im Prozess nicht aus.

Stone war im Januar in Florida festgenommen und später unter Auflagen freigelassen worden. Hintergrund sind die Ermittlungen zu der Frage, ob es im Präsidentschaftswahlkampf 2016 Absprachen des Trump-Lagers mit Vertretern Russlands gab. Stone hatte 2015 für Trump gearbeitet - bei den Vorbereitungen für den Präsidentschaftswahlkampf 2016. Er stand auch danach weiter in engem Kontakt mit ihm, als eine Art informeller Berater.

Hackerangriff auf Demokraten

Die Vorwürfe gegen ihn stehen in Zusammenhang mit einem Hackerangriff auf E-Mail-Konten der Demokraten während des Wahlkampfes 2016, für den US-Geheimdienste Russland verantwortlich machen. Bei dem Angriff waren E-Mails aus dem Umfeld der demokratischen Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton gehackt worden, die später von der Enthüllungsplattform Wikileaks veröffentlicht wurden.

Während der Untersuchungen zu Russlands Einfluss auf die Präsidentschaftswahl war Stone von einem Kongressausschuss dazu befragt worden und hatte, wie sich später herausstellte, gelogen. Als Motiv gilt, dass er Trump vor peinlichen Enthüllungen über Beziehungen zu Russland schützen wollte.

Muss Stone ins Gefängnis?
Arthur Landwehr, ARD Washington
16.11.2019 07:39 Uhr

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Über dieses Thema berichtete Inforadio am 15. November 2019 um 19:03 Uhr.

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