Marie Fredriksson | Bildquelle: picture alliance / Photoshot

Tod von Marie Fredriksson Eine Stimme, der man glaubte

Stand: 10.12.2019 17:12 Uhr

Eine fantastische Sängerin, eine enge Freundin - so beschrieb Per Gessle einst seine Roxette-Partnerin Marie Fredriksson. Nun starb die 61-Jährige nach langer Krebserkrankung.

Von Carsten Schmiester, ARD-Studio Stockholm

Es ist eine dieser Nachrichten, die man erwartet und gleichzeitig gefürchtet hat. Eben weil lange nichts mehr von Marie Fredriksson zu hören und zu lesen war. Das betraf schlechte, aber auch gute Nachrichten über die Sängerin, die sich seit 2016 aus der Öffentlichkeit zurückgezogen hatte, weil sie nach ihrer 2002 diagnostizierten und überstandenen Krebserkrankung zunehmend unter den Folgen der Behandlung litt.

"Man glaubt ihr einfach, wenn sie singt"

Sie lebte zuletzt in einem Vorort von Stockholm. Per Gessle, seit 1986 ihr Roxette-Partner, ging ohne sie auf Tour - mit ihrem Einverständnis und mit einer anderen Sängerin, die ganz bewusst nicht so war wie Marie, nicht so sein konnte. Denn Marie sei nun einmal einzigartig, sagte Gessle in einem TV-Interview aus der ganz großen Zeit des Duos in den 1990er-Jahren:

"Sie ist eine fantastische RnB-Sängerin. Das ist ein wichtiges Talent, wenn man Popmusik macht, weil es dadurch etwas kantiger wird. Aber natürlich ist sie auch eine super Balladensängerin. Man glaubt ihr einfach, wenn sie singt. Das ist ein Riesenvorteil. Man sagt, einige Leute könnten das Telefonbuch vorsingen und man würde ihnen glauben. Sie ist eine davon."

Marie Fredriksson mit Per Gessle im Jahr 1995 | Bildquelle: picture alliance / Photoshot
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Marie Fredriksson mit Per Gessle im Jahr 1995

"Niemand hat mich mehr erkannt"

Sie war eine davon. Bis zu ihrem Tod lebte Fredriksson ein ruhiges Leben im Kreis von Familie und Freunden. Das sei neu für sie, hatte sie 2018 in einem Zeitungsinterview zum 60. Geburtstag und aus Anlass der Veröffentlichung ihrer Memoiren zufrieden gesagt. Deren frei übersetzter Titel: "Das Leben lieben" - auch das neue Leben ohne Bühne und ohne Roxette-Tourneen.

Wenn ihre Krankheit sie eines gelehrt habe, dann das: Es gebe so viele wichtigere Dinge als den "verdammten Stress". Das habe sie vor dem Hirntumor nie wahrgenommen. Und wohl auch nicht, wie stark sie eigentlich war.

"Als ich am schlimmsten krank war - also richtig, richtig krank - da hat mich plötzlich niemand mehr erkannt, obwohl mich früher alle erkannt haben. Ich war so geschwollen im Gesicht. Das war wirklich schwierig. Aber jetzt macht mich die Tatsache stark, dass ich das alles überlebt habe.

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Roxette-Sängerin Marie Fredriksson gestorben

Marie Fredriksson

Die Frontfrau der schwedischen Popband Roxette, Marie Fredriksson, ist tot. Die Sängerin starb nach einer langen Krankheit im Alter von 61 Jahren. | Bildquelle: dpa

Gut, über Krebs zu sprechen

Auch dank eines starken Glaubens, das hat sie immer wieder betont und versucht, mit ihrem Beispiel Leidensgenossen überall auf der Welt Mut zu machen. "Ich hoffe wirklich, dass meine Krankheit den Menschen Hoffnung gibt, die etwas Ähnliches erleben, dass es ihnen hilft. Personen, die mit Krebs zu tun haben, wissen ja, worum es geht. Es ist gut, dass man sich heute traut, darüber zu sprechen. Mehr als früher - zum Glück", sagte Fredriksson im Zeitungsinterview.

Sie hat darüber gesprochen, sie hat tapfer gegen das Immer-Schwächer-Werden angekämpft und am Ende diesen Kampf verloren. Schweden trauert jetzt um einen der ganz großen Popstars und ihre Fans dürften sich den Worten Per Gessles in seiner Stellungnahme zu ihrem Tod anschließen: "Danke", heißt es da, "danke für alles, du warst mehr als vierzig Jahre lang eine wundervolle Freundin". Zum Schluss das Zitat eines der vielen gemeinsamen Roxette-Hits mit trauriger Aktualität: Es wird nie wieder so sein - "Things Will Never Be The Same".

Trauer um Roxette-Sängerin Marie Fredriksson
Carsten Schmiester, ARD Stockholm
10.12.2019 16:37 Uhr

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Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 10. Dezember 2019 um 17:00 Uhr.

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