François de Rugy  | Bildquelle: AFP

Nach Vorwürfen in Medien Frankreichs Umweltminister tritt zurück

Stand: 16.07.2019 15:53 Uhr

Auf Staatskosten teuer gegessen und die Wohnung renovieren lassen - das sind die Vorwürfe, die gegen den französischen Umweltminister erhoben wurden. De Rugy kündigte via Facebook jetzt seinen Rücktritt an.

Frankreichs Umweltminister François de Rugy hat seinen Rücktritt eingereicht. Das teilte der Politiker via Facebook mit. Er war zehn Monate im Amt.

Zuvor waren Vorwürfe aufgekommen, de Rugy habe auf Staatskosten zu teuren Abendessen geladen und Arbeiten in seiner Wohnung erledigen lassen. De Rugy hatte die Vorwürfe mehrfach zurückgewiesen. In seiner Rücktrittserklärung nennt er die Angriffe in den Medien als einen Grund für seinen Entschluss.

Noch Ende letzter Woche hatte de Rugy einen Rücktritt abgelehnt. Er sehe dafür keinen Grund, sagte er dem Fernsehsender BFMTV. Er sei sehr wütend wegen der Lügen, die über ihn und seine Ehefrau verbreitet würden, sagte der Minister, der sichtlich mit der Fassung rang. Er habe Rückhalt von Staatschef Emmanuel Macron zugesichert bekommen.

De Rugy spricht von tendenziöser Berichterstattung

Das investigative Portal Mediapart hatte zuvor berichtet, dass de Rugy während seiner Zeit als Präsident der Nationalversammlung etliche Male hauptsächlich Freunde seiner Ehefrau zu luxuriösen Essen eingeladen haben soll. Seine Frau ist Journalistin und arbeitet für das Magazin "Gala". Nachdem er zum Ökologieminister ernannt wurde, gab er den Berichten zufolge rund 60 000 Euro für die Renovierung seiner Dienstwohnung aus.

Der Minister warf Mediapart tendenziöse Berichterstattung vor und kritisierte die französischen Medien. Diese würden seine Ehefrau als "eine Marie-Antoinette" darstellen. Die einstige französische Königin (1755-1793) ist für ihren ausschweifenden Lebensstil und abfällige Bemerkungen über die Bevölkerung bekannt. De Rugy kündigte eine Verleumdungsklage gegen Mediapart an.

Überprüfung der Ausgaben angekündigt

Das Büro von Premierminister Édouard Philippe hatte eine Überprüfung der Ausgaben de Rugys angekündigt, um Zweifel an der Rechtmäßigkeit auszuräumen. De Rugy müsste gegebenenfalls veruntreute Gelder zurückzahlen.

Erst vor knapp einem Jahr war de Rugys Vorgänger Nicolas Hulot als Umweltminister zurückgetreten. Der beliebte frühere Fernsehmoderator begründete dies mit dem mangelnden Engagement der Regierung für den Klima- und Umweltschutz.

Schluss mit Affären: Umweltminister de Rugy reicht Rücktritt ein
Barbara Kostolnik, ARD Paris
16.07.2019 16:04 Uhr

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Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 16. Juli 2019 um 16:00 Uhr.

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