Tausende Menschen haben sich zu einer Solidaritätsdemonstration im Zentrum von Chabarowsk versammelt. | Bildquelle: REUTERS

Nach Festnahme in Russland Zehntausende demonstrieren für Gouverneur

Stand: 11.07.2020 16:23 Uhr

Nach der Festnahme des Gouverneurs von Chabarowsk, der in Auftragsmorde verwickelt sein soll, haben Zehntausende für seine Freilassung demonstriert. Dieser bestreitet jede Schuld.

Im fernen Osten Russlands haben Zehntausende Menschen gegen die Verhaftung des Gouverneurs der Region Chabarowsk wegen Mordverdachts protestiert. Die lokale Nachrichtenseite DVHab.ru nannte die Demonstration "die größte in der Geschichte von Chabarowsk". 

Der Politiker und frühere Geschäftsmann Sergej Furgal war am Donnerstag festgenommen worden. Ihm wird vorgeworfen, vor 15 Jahren mehrere Morde an anderen Unternehmern in Auftrag gegeben zu haben. Viele Oppositionelle und Beobachter kritisieren Furgals Festnahme als gezielten machtpolitischen Schlag gegen die rechte Partei LDPR, der er angehört.

Der Politiker hatte bei den Gouverneurswahlen 2018 fast 70 Prozent der Stimmen in der Region Chabarowsk geholt und den Kandidaten der Regierungspartei Einiges Russland von Präsident Wladimir Putin geschlagen.

Proteste gegen Festnahme von Gouverneur Furgal in Russland
tagesthemen 23:15 Uhr, 13.07.2020, Ina Ruck, ARD Moskau

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Ermittlung wegen zweier Morde und versuchten Mordes

Furgal war von einer Spezialeinheit festgenommen und nach Moskau gebracht worden, wo ein Gericht am Freitag Haftbefehl gegen ihn erließ. Sein Mandant weise "kategorisch jede Mitschuld" zurück, sagte Furgals Anwalt.

Die Behörden ermittelten in zwei Mordfällen und einem versuchten Mord, berichteten russische Nachrichtenagenturen. In einem Fall geht es um Furgals früheren Geschäftspartner Oleg Bulatow, der 2005 erschossen worden war.

Sergej Furgal, Gouverneur der Region Chabarowsk, bei seiner Vorführung vor einem Moskauer Gericht (Bild vom 10.07.2020). | Bildquelle: AFP
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Sergej Furgal, Gouverneur der Region Chabarowsk, bei seiner Vorführung vor einem Moskauer Gericht (Bild vom 10.07.2020).

Losungen gegen Einflussnahme Moskaus

In Chabarowsk unweit der Grenze zur Volksrepublik China leben 600.000 Menschen. An den Protesten beteiligten sich laut LDPR etwa 35.000 Menschen, die Nachrichtenwebseite DVHab.ru sprach von 20.000 bis 30.000 Teilnehmern. Auch aus anderen Städten in der Region gab es Berichte von kleineren Protesten.

Die Demonstranten riefen "Freiheit!" und "Sergej Furgal ist unsere Wahl". Manche hielten Schilder mit der Aufschrift "Wir sind Sergej Furgal!" in die Höhe. 

Sie wandten sich gegen das Vorgehen der Behörden in Moskau in dem Fall und die Einflussnahme des Machtapparats in der gut acht Flugstunden entfernten Hauptstadt. Sie skandierten Slogans wie: "Freiheit", "Bringt Furgal zurück", "Moskau, geh weg" und "Putin ist ein Dieb".

Es blieb den Berichten zufolge friedlich. Festnahmen gab es nicht. In Russland sind Demonstrationen wegen der Corona-Pandemie derzeit verboten.

Petition für Furgals Freilassung findet Zuspruch

Die Sprecherin des Gouverneurs dankte bei Instagram für die Unterstützung. Die Region habe selten solch eine Einmütigkeit erlebt, schrieb Nadeschda Tomtschenko. Sie wandte sich auch direkt an die Demonstranten: "Wir sind sicher, dass Sie erhört werden."

Mehr als 40.000 Menschen haben in den vergangenen Tagen eine Petition mit der Forderung nach Furgals Freilassung unterschrieben.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 11. Juli 2020 um 17:00 Uhr in den Nachrichten.

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