Eine Frau im Schutzanzug hält eine Gefäß mit einem Impfstoff gegen das Coronavirus in der Hand.  | Bildquelle: AP

Wissenschaftler skeptisch Russland lässt Corona-Impfstoff zu

Stand: 11.08.2020 11:46 Uhr

Russland hat als erstes Land einen Impfstoff gegen das Coronavirus zugelassen. Allerdings kritisieren einige Wissenschaftler, die Zulassung erfolge zu voreilig und es fehlten aussagekräftige Testergebnisse.

Nach den Worten von Präsident Wladimir Putin hat Russland den weltweit ersten Corona-Impfstoff zugelassen. Das Mittel, das das Moskauer Gamaleja-Institut entwickelt hatte, habe die Freigabe des Gesundheitsministeriums erhalten, sagte Putin. Eine seiner beiden Töchter sei bereits geimpft worden. Er hoffe, dass die Massenproduktion bald gestartet werden könne.

Der Impfstoff wurde nach weniger als zwei Monaten Erprobung am Menschen zugelassen. Putin betonte aber, dass alle notwendigen Tests gemacht worden seien. Den Gesundheitsbehörden zufolge sollen medizinisches Personal, Lehrer und andere Risikogruppen als erste geimpft werden.

Internationale Kritik: Russland lässt Corona-Impfstoff zu
tagesschau 17:00, 11.08.2020, Jo Angerer, ARD Moskau

Download der Videodatei

Wir bieten dieses Video in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Videodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Video einbetten

Nutzungsbedingungen Embedding Tagesschau: Durch Anklicken des Punktes „Einverstanden“ erkennt der Nutzer die vorliegenden AGB an. Damit wird dem Nutzer die Möglichkeit eingeräumt, unentgeltlich und nicht-exklusiv die Nutzung des tagesschau.de Video Players zum Embedding im eigenen Angebot. Der Nutzer erkennt ausdrücklich die freie redaktionelle Verantwortung für die bereitgestellten Inhalte der Tagesschau an und wird diese daher unverändert und in voller Länge nur im Rahmen der beantragten Nutzung verwenden. Der Nutzer darf insbesondere das Logo des NDR und der Tageschau im NDR Video Player nicht verändern. Darüber hinaus bedarf die Nutzung von Logos, Marken oder sonstigen Zeichen des NDR der vorherigen Zustimmung durch den NDR.
Der Nutzer garantiert, dass das überlassene Angebot werbefrei abgespielt bzw. dargestellt wird. Sofern der Nutzer Werbung im Umfeld des Videoplayers im eigenen Online-Auftritt präsentiert, ist diese so zu gestalten, dass zwischen dem NDR Video Player und den Werbeaussagen inhaltlich weder unmittelbar noch mittelbar ein Bezug hergestellt werden kann. Insbesondere ist es nicht gestattet, das überlassene Programmangebot durch Werbung zu unterbrechen oder sonstige online-typische Werbeformen zu verwenden, etwa durch Pre-Roll- oder Post-Roll-Darstellungen, Splitscreen oder Overlay. Der Video Player wird durch den Nutzer unverschlüsselt verfügbar gemacht. Der Nutzer wird von Dritten kein Entgelt für die Nutzung des NDR Video Players erheben. Vom Nutzer eingesetzte Digital Rights Managementsysteme dürfen nicht angewendet werden. Der Nutzer ist für die Einbindung der Inhalte der Tagesschau in seinem Online-Auftritt selbst verantwortlich.
Der Nutzer wird die eventuell notwendigen Rechte von den Verwertungsgesellschaften direkt lizenzieren und stellt den NDR von einer eventuellen Inanspruchnahme durch die Verwertungsgesellschaften bezüglich der Zugänglichmachung im Rahmen des Online-Auftritts frei oder wird dem NDR eventuell entstehende Kosten erstatten
Das Recht zur Widerrufung dieser Nutzungserlaubnis liegt insbesondere dann vor, wenn der Nutzer gegen die Vorgaben dieser AGB verstößt. Unabhängig davon endet die Nutzungsbefugnis für ein Video, wenn es der NDR aus rechtlichen (insbesondere urheber-, medien- oder presserechtlichen) Gründen nicht weiter zur Verbreitung bringen kann. In diesen Fällen wird der NDR das Angebot ohne Vorankündigung offline stellen. Dem Nutzer ist die Nutzung des entsprechenden Angebotes ab diesem Zeitpunkt untersagt. Der NDR kann die vorliegenden AGB nach Vorankündigung jederzeit ändern. Sie werden Bestandteil der Nutzungsbefugnis, wenn der Nutzer den geänderten AGB zustimmt.

Einverstanden

Zum einbetten einfach den HTML-Code kopieren und auf ihrer Seite einfügen.

Kritik im In- und Ausland

Viele Wissenschaftler im In- und Ausland äußerten jedoch Kritik daran, ein neues Mittel zu registrieren, bevor die sogenannte dritte Testphase abgeschlossen ist. Diese dauert normalerweise mehrere Monate und umfasst mehrere Tausend Versuchspersonen.

Doch der experimentelle Corona-Impfstoff wurde vor nicht einmal zwei Monaten erstmals an ein paar Dutzend Freiwilligen getestet, und bislang wurden keine wissenschaftlichen Ergebnisse veröffentlicht. Als Grund für den ehrgeizigen Zeitplan vermuten einige Beobachter, Moskau hoffe auf einen Propaganda-Erfolg.

Vitali Swerjew vom russischen Metschnikof-Institut erklärte, den Impfstoff zu entwickeln sei eine Sache. Man könne in so kurzer Zeit aber "unmöglich beweisen, dass er effektiv und ungefährlich ist". Man wisse auch nicht, wie lange die Immunität anhalte.

"So geht es nicht"

Er sei besorgt, dass Russland beim Verfahren wichtige Schritte übergehe und "der daraus hervorgehende Impfstoff vielleicht nicht nur unwirksam, sondern auch nicht sicher ist", sagt Lawrence Gostin, ein Experte für globale Gesundheitsgesetze an der Georgetown University in Washington. "So geht es nicht. Zuerst kommen Versuche. Das ist wirklich wichtig."

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) betont, dass potenzielle Impfstoffe stets durch alle Testphasen gehen müssten, bevor sie auf den Markt kämen. "Es gibt etablierte Praktiken und Richtlinien", sagte Sprecher Christian Lindmeier. Auch Anthony Fauci, der Topexperte für Infektionskrankheiten in den USA, macht aus seiner Besorgnis über Russlands Eiltempo keinen Hehl. "Behauptungen, einen Impfstoff zu haben, der verbreitet eingesetzt werden kann, bevor man testet, ist nach meiner Ansicht bestenfalls problematisch", sagte er.

Russland lässt Corona-Impfstoff zu - noch keine Stellungnahme der WHO
Dietrich Karl Mäurer, Zürich
11.08.2020 13:41 Uhr

Download der Audiodatei

Wir bieten dieses Audio in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Audiodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Über dieses Thema berichteten die tagesthemen am 05. August 2020 um 22:25 Uhr.

Darstellung: