Die Meerenge von Kertsch | Bildquelle: AP

Internationaler Seegerichtshof Russland soll Seeleute sofort freilassen

Stand: 25.05.2019 13:54 Uhr

Der Internationale Seegerichtshof hat von Russland die umgehende Freilassung von 24 festgesetzten ukrainischen Seemänner verlangt. Sie waren nahe der annektierten Halbinsel Krim im November festgenommen worden.

Ein halbes Jahr nach der Gewaltaktion gegen ukrainische Schiffe im Schwarzen Meer hat der Internationale Seegerichtshof in Hamburg die sofortige Freilassung der 24 in Russland festgenommenen Matrosen festgelegt. Ebenso müsse Russland die seit November beschlagnahmten Schiffe an die Ukraine zurückgeben, urteilte Richter Jin-Hyun Paik in Hamburg.

Beide Seiten sollten zudem keine weiteren Maßnahmen veranlassen, um die extrem angespannte Situation weiter zu verschärfen, hieß es.

Gewaltsam gestoppt

Schiffe der russischen Küstenwache hatten im November in der Meerenge von Kertsch drei ukrainische Marineboote beschossen und festgesetzt. Die Besatzungen sitzen seitdem in Moskau in Untersuchungshaft. Die Meerenge zwischen der von Russland annektierten Halbinsel Krim und dem russischen Festland ist der einzige Seezugang nach Mariupol und anderen ukrainischen Häfen am Asowschen Meer.

Das Urteil des Seegerichts der Vereinten Nationen ist jedoch problematisch, weil Moskau das Verfahren boykottiert. Russland ist der Ansicht, dass nur ein heimisches Gericht über den Fall entscheiden soll. Der Internationale Seegerichtshof hat seinen Sitz in Hamburg.

Internationaler Seegerichtshof fordert Freilassung ukrainischer Seeleute
Dietrich Lehmann, NDR
25.05.2019 15:01 Uhr

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Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 25. Mai 2019 um 15:05 Uhr.

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