Regierungstruppen in der syrischen Idlib-Provinz (Archivbild). | Bildquelle: AFP

Rebellenhochburg Idlib Russland verkündet einseitige Waffenruhe

Stand: 30.08.2019 17:11 Uhr

Um die Situation in der umkämpften Rebellenhochburg Idlib zu stabilisieren, hat Russland eine einseitige Waffenruhe angekündigt. Moskau forderte die Aufständischen auf, bewaffnete Provokationen aufzugeben.

Russland hat eine neue einseitige Waffenruhe für die umkämpfte Rebellenbastion Idlib im Norden Syriens verkündet. Am Samstagmorgen 6.00 Uhr Ortszeit würden die syrischen Regierungstruppen das Feuer einstellen, teilte das russische Zentrum für Versöhnung in Syrien mit.

Die neue Waffenruhe solle die "Situation stabilisieren", kündigte die russische Armee an. Sie rief die bewaffnete Opposition auf, "bewaffnete Provokationen aufzugeben und sich dem Friedensprozess anzuschließen".

Russland und die Türkei hatten im vergangenen September in Sotschi eine Waffenruhe für Idlib ausgehandelt. Durch das Abkommen wurde eine drohende Offensive des syrischen Machthabers Baschar al-Assad abgewendet, komplett umgesetzt wurde es aber nie.

Seit Ende April geht die syrische Armee mit Unterstützung der russischen Luftwaffe wieder verstärkt gegen die Dschihadisten und Rebellen in Idlib vor. Eine Anfang August ausgehandelte Waffenruhe hielt nur kurz.

Idlib | Bildquelle: AFP
galerie

Die Region um die Stadt Idlib ist nach mehr als acht Jahren Bürgerkrieg das letzte große Rebellengebiet Syriens

Situation in der Provinz "normalisieren"

Die syrische Armee eroberte vergangene Woche die strategisch wichtige Stadt Chan Scheichun. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan drängte daraufhin in Gesprächen mit seinem russischen Kollegen Wladimir Putin auf den Stopp der Offensive.

Putin wiederum beharrte auf der Notwendigkeit, die "Terroristen" in Idlib zu bekämpfen, um die Situation in der Provinz zu "normalisieren".

Die Region um die Stadt Idlib im Nordwesten Syriens ist nach mehr als acht Jahren Bürgerkrieg das letzte große Gebiet unter Kontrolle von Rebellen. Dominiert wird es von der Al-Kaida-nahen Miliz Haiat Tahrir al-Scham (HTS).

Syrien und sein Verbündeter Russland fliegen regelmäßig Luftangriffe, bei denen auch immer wieder Zivilisten ums Leben kommen. Insgesamt leben in dem Rebellengebiet nach Schätzungen rund drei Millionen Menschen. Viele Vertriebene müssen in Zelten auf Feldern und in Rohbauten hausen. Die Türkei hat die Grenze für Flüchtlinge geschlossen.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 30. August 2019 um 15:00 Uhr.

Darstellung: