Donald Trump und Rudy Giuliani (Archivbild 2016) | Bildquelle: AFP

Trumps neues Anwaltsteam Juristischer Nahkampf statt Schmusekurs

Stand: 17.05.2018 10:49 Uhr

Ein neuer Name nach dem anderen - die Änderungen im Juristenteam von US-Präsident Trump gelten als Indiz für einen Kurswechsel. In der Russland-Affäre sollen die Neuen härter auftreten.

Von Marc Hoffmann, ARD-Studio Washington

Die US-amerikanischen Nachrichtensender melden einen weiteren Wechsel in Trumps Anwaltsteam: Ty Coob geht Ende des Monats, für ihn kommt Emmet Flood. Der Neue kennt sich aus mit Ermittlungen gegen Präsidenten. Ende der 1990er-Jahre verteidigte er den damaligen Präsidenten Bill Clinton in der Lewinsky-Affäre.

Nun also kämpft der toughe Jurist Flood für Präsident Donald Trump, der mit dem erneuten Personalwechsel auch seine Strategie in der Russland-Affäre ändert, beobachtet "Washington Post"-Reporter Robert Costa: "Er will kämpferischer auftreten. Trumps Team soll Sonderermittler Robert Mueller etwas entgegensetzen", so Costa. "Ty Cobb setzte dagegen auf Kooperation. Die neuen im Team treten tougher auf. Das zeigt uns, wo der Präsident hin will", sagt der Journalist Costa im Fernsehsender PBS. Statt Schmusekurs also juristischer Nahkampf in der andauernden Russland-Affäre.

Anwalt Emmet Flood | Bildquelle: AP
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Anwalt Flood steht Beobachtern zufolge für einen kämpferischen Verteidigungskurs.

Giuliani seit Kurzem im Team

Dabei hatte Präsident Trump in den vergangenen Monaten mehrmals signalisiert, dass er durchaus bereit sei, mit Sonderermittler Mueller zu reden. Und das gelte auch weiterhin, beteuert jedenfalls Trumps führender Anwalt Rudolph Giuliani. Der frühere New Yorker Bürgermeister kam erst vor wenigen Wochen in Trumps Team - für einen anderen Verteidiger, John Dowd, der hingeschmissen hatte.

"Unter welchen Bedingungen würden sie ein Interview mit Sonderermittler Mueller akzeptieren?", fragt der Fox-News-Reporter. Giulianis Antwort: Es dürfte nicht länger als zwei Stunden dauern. Die Fragen müssten vorab vorliegen und nur zu relevanten Themen gestellt werden.

Rudy Giuliani spricht bei einer Wahlkampfveranstaltung Trumps in Gettysburg (22. Oktober) | Bildquelle: REUTERS
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Rudy Giuliani hatte schon bei Wahlkampfveranstaltungen Trumps gesprochen.

Wird oder muss Trump gegenüber Mueller aussagen?

Die New York Times hatte Anfang der Woche einen ganzen Satz mit fast 50 Fragen veröffentlicht, die der Sonderermittler angeblich Trumps Anwälten vorgelegt haben soll. Mueller will vor allem wissen, was hinter zentralen Entscheidungen Trumps steckt: Warum wurde etwa der frühere FBI-Chef James Comey entlassen? Was hat Trump von Treffen mit russischen Vertretern während des Wahlkampfs gewusst?

Derzeit ist völlig offen, ob es überhaupt zu einem Showdown, einem direkten Treffen zwischen Trump und Sonderermittler Mueller kommen wird. Die "Washington Post" berichtete in dieser Woche, dass die Ermittler sogar über eine Vorladung nachdenken. Dann hätte der US-Präsident keine andere Wahl und müsste sich den Fragen stellen.

Einige Republikaner unterstützen Trump

Washington diskutiert aufgeregt über die jüngsten Umwälzungen in Trumps Juristenteam. Einige sprechen von chaotischen Zuständen, es wird über Ermittlungsfortschritte spekuliert. Konservative Medien stellen sich dagegen an die Seite Trumps und beschuldigen die Ermittler und das Justizministerium, das die Ermittlungen beaufsichtigt, voreingenommen zu sein.

Einige Republikaner im US-Kongress versuchen den Präsidenten zu schützen und erhöhen den Druck auf den stellvertretenden Justizminister Rod Rosenstein. Sie verlangen von ihm, Ermittlungsakten offenzulegen, und wollen seine Entlassung. Da gebe es Leute, die ihn seit einiger Zeit bedrohten, so Rosenstein. Sie sollten verstanden haben, dass sich das Justizministerium nicht erpressen lasse.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 03. Mai 2018 um 07:40 Uhr.

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