Menschenrechtsaktivistin Sadulajewa ist tot Erneut Bürgerrechtlerin im Kaukasus ermordet

Stand: 18.03.2019 20:17 Uhr

Im russischen Nordkaukasus ist zum zweiten Mal innerhalb eines Monats eine Aktivistin ermordet worden. Die Bürgerrechtlerin Sarema Sadulajewa sei tot aufgefunden worden, bestätigten die russischen Behörden. Auch Sadulajewas Ehemann sei erschossen worden. Die Leichen lagen den Angaben zufolge im Kofferraum eines Autos in einem Vorort der tschetschenischen Hauptstadt Grosny.

Von Unbekannten verschleppt

Der Leiter des tschetschenischen Memorial-Büros, Alexander Tscherkassow, erklärte, Sadulajewa habe die regierungsunabhängige Organisation "Save the Generations" geleitet, die sich vor allem für junge Menschen einsetzte. Sie und ihr Ehemann seien am Montag von Unbekannten in einem Auto aus dem Büro der Organisation in Grosny weggebracht worden. Die Behörden der unruhigen Kaukasus-Republik Tschetschenien hatten daraufhin mitgeteilt, es lägen keine Hinweise auf eine Entführung vor. Laut Augenzeugenberichten waren beide ohne Gewaltanwendung in das Auto gestiegen.

Mord an Estemirowa nicht aufgeklärt

Natalja Estemirowa (Archivbild 2007)
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Im Juli wurde die Menschenrechtlerin Estemirowa ermordet. (Archivbild 2007)

Mitte Juli war bereits die tschetschenische Bürgerrechtlerin Natalja Estemirowa entführt und ermordet worden. Sie hatte für Memorial in Grosny gearbeitet. Der Fall ist wie andere Verbrechen an Bürgerrechtlern in Russland nicht aufgeklärt. Memoria ist eine der ältesten und bekanntesten Nichtregierungsorganisationen in Russland. Die Gruppe macht den tschetschenischen Präsidenten Ramsan Kadirow für den Mord an Estemirowa verantwortlich.

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