Saudi-Arabien, Mekka: Zwei gläubige Muslime mit Mundschutz läuft nach dem Mittagsgebet an der groߟen Moschee vorbei.  | Bildquelle: dpa

Hadsch in Saudi-Arabien Pilger sollen Vorbereitungen verschieben

Stand: 01.04.2020 11:51 Uhr

Saudi-Arabien hat Muslime weltweit aufgerufen, vorerst keine Vorbereitungen für die Pilgerfahrt nach Mekka zu treffen. Von einer möglichen Absage des Hadsch ist derzeit aber noch nicht die Rede.

Wegen der Ausbreitung des Coronavirus appelliert Saudi-Arabien an Muslime in aller Welt, ihre Pläne für eine Pilgerfahrt nach Mekka zu verschieben. So sollen die Gläubigen vorerst keine weiteren Reisevereinbarungen für den Hadsch im Sommer unterschreiben. Dazu riet der für die Pilgerfahrt zuständige Minister Mohammed Saleh bin Taher Banten im Staatsfernsehen.

Die Muslime sollten "geduldig" sein, "bis wir klare Sicht haben". Denn zunächst müsse das Ausmaß der Folgen der Corona-Pandemie klarer werden, sagte Banten nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur SPA. Er betonte die Verantwortung des Königreichs für die Gesundheit der Menschen. Zu einer möglichen Absage der Wallfahrt äußerte sich der Minister nicht. In diesem Jahr liegt der vorgesehene Starttermin Ende Juli.

Saudi-Arabien, Mekka: Arbeiter desinfizieren den Boden um die Kaaba, das quaderförmige Gebäude in der Groߟen Moschee. | Bildquelle: dpa
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Saudi-Arabien hat wegen der Pandemie die heiligen Stätten in Mekka und Medina für Ausländer bereits geschlossen.

1200 Pilger sitzen offenbar fest

Saudi-Arabien hatte wegen der Pandemie im Februar die heiligen Stätten in Mekka und Medina für Ausländer bereits geschlossen. Ein Schritt, der nicht einmal im Jahr 1918 ergriffen worden war, als die spanische Grippe grassierte und weltweit Millionen Menschen an den Folgen starben.

Banten berichtete, Saudi-Arabien kümmere sich bereits um etwa 1200 Pilger, die wegen weltweiter Reisebeschränkungen in Mekka festsäßen. Einige von ihnen befänden sich in Hotels in Quarantäne.

Der Hadsch ist eine der fünf sogenannten Säulen des Islam. Jeder und jede gesunde Gläubige ist dazu aufgerufen, einmal im Leben nach Mekka zu pilgern - sofern er oder sie dazu körperlich in der Lage ist. Jedes Jahr nehmen bis zu zwei Millionen Menschen an der Wallfahrt teil.

Saudi-Arabien hat aus Sorge vor dem Coronavirus vorsorglich seine Grenzen für Pilgerer nach Mekka geschlossen (Archivbild). | Bildquelle: STRINGER/EPA-EFE/REX
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Üblicherweise versammeln sich Hunderttausende Gläubige um die Kaaba (Archivbild).

Ausgangssperren und ausgesetzte Flüge

Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) gibt es in dem islamisch-konservativen Königreich 1563 bestätigte Infektionen mit dem Coronavirus. Außerdem meldete die WHO bisher zehn Tote in Saudi-Arabien.

Um die Ausbreitung des Virus zu verhindern, hat die Regierung in Riad bereits eine Ausgangssperre angeordnet, die große Teile des Tages abdeckt. Bereits zuvor waren alle internationalen und inländischen Flüge für zwei Wochen ausgesetzt worden.

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