Raketenabwehrsystem Patriot | Bildquelle: dpa

Nach Angriff auf Ölanlagen Weitere US-Truppen für Saudi-Arabien

Stand: 11.10.2019 18:36 Uhr

Im Konflikt mit dem Iran schicken die USA weitere Soldaten nach Saudi-Arabien. Außerdem würden Flugabwehrsysteme und Kampfjet-Geschwader in die Region verlegt, teilte das Pentagon mit.

Vor dem Hintergrund der Spannungen mit dem Iran wollen die USA 3000 insgesamt zusätzliche Soldaten in Saudi-Arabien stationieren. Außerdem würden unter anderem zwei Patriot-Raketenabwehrsysteme und zwei Kampfjet-Geschwader zur Verteidigung des Landes dorthin verlegt, teilte das Pentagon mit.

Raffinerie von Aramco nach dem Drohnenangriff | Bildquelle: dpa
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Bei dem Angriff waren große Teile einer wichtigen Öl-Anlage zerstört worden.

Seit den Angriffen auf Öl-Anlagen in Saudi-Arabien Mitte September sind die Spannungen zwischen den USA und dem Iran eskaliert. Als Reaktion hatte das US-Verteidigungsministerium bereits Ende September die Entsendung von 200 weiteren Soldaten sowie von Patriot-Luftabwehrraketen in das Königreich angekündigt. 

Pentagon: "Streben keinen Konflikt an"

"Die Vereinigten Staaten streben keinen Konflikt mit dem iranischen Regime an", sagte ein Pentagon-Sprecher. Man werde aber ausreichend Kräfte in der Region vorhalten, um auf Krisen zu reagieren und um Truppen sowie Interessen der USA zu schützen.

Die USA machen den Iran für die Angriffe auf saudische Öl-Anlagen Mitte September verantwortlich. Deutschland, Frankreich und Großbritannien schlossen sich der Einschätzung der USA an. Der Iran dementiert jede Verantwortung für die Angriffe. Die von Teheran unterstützten Huthi-Rebellen im Jemen hatten sich zu der der Tat bekannt. US-Außenminister Mike Pompeo hatte sie daraufhin der Lüge bezichtigt.

Bereits 2018 Truppenverstärkungen

Im vergangenen Juni hatte das Pentagon angekündigt, weitere 1000 Soldaten in den Nahen Osten zu schicken, um US-Truppen und nationale Interessen der USA in der Region zu schützen. Bereits Ende Mai hatten die USA ihre Truppen im Nahen Osten wegen der "anhaltenden Bedrohung" durch iranische Kräfte um 1500 Soldaten verstärkt. Zuvor hatte das US-Militär unter anderem einen Flugzeugträgerverband und eine Bomberstaffel in die Region verlegt.

Seit der einseitigen Aufkündigung des Atomabkommens mit dem Iran durch die USA vor gut einem Jahr haben die Spannungen zwischen Washington und Teheran immer weiter zugenommen. Die USA wollen den Iran mit harten Sanktionen und einer Politik des "maximalen Drucks" dazu bewegen, einem neuen Abkommen mit härteren Auflagen zuzustimmen und die Unterstützung von Terrorgruppen in der Region einzustellen.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 11. Oktober 2019 um 19:00 Uhr.

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