Lawine in Südtirol | Bildquelle: dpa

Schnee und Regen in den Alpen Lawinen und drohendes Hochwasser

Stand: 18.11.2019 04:27 Uhr

Im Süden Österreichs und in Südtirol bleibt die Lage nach den heftigen Schneefällen der vergangenen Tage angespannt. Die Behörden warnen dringend vor Lawinen - und ergreifen Maßnahmen zum Hochwasserschutz.

Schnee und Starkregen legen Österreich und Südtirol weiter in Teilen lahm. Noch immer sind viele Straßen gesperrt. In den Bundesländern Kärnten und Tirol waren einige Orte von der Außenwelt abgeschnitten. Die Einwohner wurden aufgerufen, ihre Häuser nicht zu verlassen. Mehrere Gebäude wurden evakuiert. In Kärnten traten zudem mehrere Seen über die Ufer.

In Prägraten in Osttirol kam es zu einem Lawinenabgang, bei dem niemand verletzt wurde. Im Martelltal in Südtirol beschädigte eine Lawine zwei Häuser, am Stubaier Gletscher erfasste eine Lawine ein Auto - die sechs Menschen im Wagen blieben unverletzt.

Inzwischen wächst die Sorge vor größeren Hangrutschungen. Die Gemeinde Stadl an der Mur in der Steiermark wurde am Sonntagabend zum Katastrophengebiet erklärt und 15 Wohnhäuser evakuiert.

Im Bundesland Salzburg wurden 80 Häuser evakuiert, Zell am See, Embach und das hintere Rauriser Tal waren nicht erreichbar.

Matrei In Osttirol: Eine Straßensperre versinkt im Schnee. | Bildquelle: dpa
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Matrei In Osttirol: Eine Straßensperre versinkt im Schnee.

Noch immer Tausende ohne Strom

Vor allem in Osttirol und in Teilen Kärntens hat es seit Mittwoch immer wieder viel geschneit und geregnet. In Osttirol war in der Nacht auf Samstag zeitweise in allen Haushalten der Strom ausgefallen. Am Sonntagmittag waren weiter rund 2000 Haushalte in dieser Region ohne Strom, weil noch immer Bäume umstürzten und die Leitungen kappten, wie der örtliche Stromversorger mitteilte.

Die Bildungsdirektion Tirol empfahl allen Schulleitern, auch am Montag die Schulen in Osttirol geschlossen zu halten. Auch in Südtirol waren nach Angaben der APA zahlreiche Straßen gesperrt und rund 12.500 Haushalte ohne Strom. Das Mobilfunknetz war teilweise ausgefallen.

Wintereinbruch im Osten Österreichs | Bildquelle: dpa
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Die Ortschaft Kals am Großglockner wurde eingeschneit, ist aber inzwischen wieder per Eisenbahn erreichbar.

Erhebliche Lawinengefahr

Im Bezirk Murau in der Steiermark mussten am Nachmittag einige Wohnhäuser evakuiert werden, weil ein Hangrutsch drohte. Betroffen waren 30 Personen. Mit den vielen Niederschlägen ist die Lawinengefahr in den vergangenen Tagen deutlich angestiegen. In einigen Teilen Tirols sowie in den Hohen Tauern im Salzburger Land galt die zweithöchste Warnstufe. Der Katastrophenschutz des Landes Salzburg empfahl, in den betroffenen Gebieten nicht notwendige Autofahrten zu vermeiden und die Gefahr von Dachlawinen zu beachten. Aufgrund der Lawinengefahr wurden in Kärnten drei Täler gesperrt, die Bevölkerung wurde gebeten, die Häuser nicht zu verlassen.

"Am Montag regnet und schneit es im Süden Österreichs nicht mehr und zeitweise kann die Sonne hervorkommen", teilte die Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik mit. "In der Nacht auf Dienstag und am Dienstag selbst kann es in Osttirol und Oberkärnten dann stellenweise wieder kräftig regnen und schneien." Die Niederschlagsmengen sollten dann nicht mehr so groß sein, doch die Lage bleibe angespannt. "Weiterhin sind Probleme durch umstürzende Bäume, Überschwemmungen und Hangrutschungen möglich und die Lawinengefahr bleibt hoch."

Lawinen, Sperrungen, Hochwasseralarme: Chaoswetter in Österreich
Srdjan Govedarica, ARD Wien
17.11.2019 21:42 Uhr

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