Karte: Serbien Kosovo

Kosovo und Serbien Ein neuer Anlauf für einen Kompromiss

Stand: 12.07.2020 06:45 Uhr

Jahrelang lagen sie auf Eis, jetzt werden die Gespräche zwischen den Konfliktpartnern Kosovo und Serbien fortgesetzt. Das Ergebnis ist auch für einen möglichen EU-Beitritt Serbiens relevant.

Bei einer zweiten Video-Konferenz wollen der serbische Präsident Aleksandar Vucic und der Ministerpräsident des Kosovo, Avdullah Hoti, den ungelösten Kosovo-Konflikt besprechen. Nach mehr als anderthalb Jahren nehmen Serbien und Kosovo damit auf Vermittlung der EU wieder Gespräche über eine Normalisierung ihrer Beziehungen auf.

Bereits am Freitag gab es einen Videogipfel, an dem neben Vucic und Hoti auch Bundeskanzlerin Angela Merkel und Frankreichs Präsidenten Emmanuel Macron teilnahmen. Am kommenden Donnerstag soll ein persönliches Treffen in Brüssel folgen.

10.07.2020, Berlin: Bundeskanzlerin Angela Merkel (r, CDU) spricht bei einer Videokonferenz im Bundeskanzleramt mit Aleksandar Vucic (auf dem Bildschirm), Präsident von Serbien, dem französischen Staatspräsidenten Macron, dem Ministerpräsidenten des Kosovo Hoti, dem Hohen Beauftragten der EU für Außen- und Sicherheitspolitik Borrell und dem Sonderbeauftragten der EU für den Serbien-Kosovo-Dialog Lajcak. Foto: Steffen Kugler/Bundesregierung/dpa - | Bildquelle: dpa
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Die deutsche Seite: Bundeskanzlerin Merkel bei der Videokonferenz im Bundeskanzleramt.

Das Verhältnis zwischen Serbien und seinem südlichen Nachbarn Kosovo ist ungeklärt, seitdem sich das heute fast ausschließlich von Albanern bewohnte Kosovo 1999 mit Hilfe der NATO von Serbien abspaltete und 2008 für unabhängig erklärte. Mehr als 100 Länder, darunter Deutschland, erkannten die Unabhängigkeit des Kosovo an. Andere tun das bis heute nicht, darunter Serbien, Russland, China und fünf EU-Länder. Die EU macht dies aber zur Vorbedingung für einen Beitritt Serbiens.

EU ergriff erneut Initiative

Die Europäische Union hatte im Jahr 2011 begonnen, zwischen Belgrad und Pristina zu vermitteln. 2014 war das mit dem von Deutschland initiierten Format der Westbalkan-Konferenz ("Berliner Prozess") fortgesetzt worden. Der Dialog lag seit November 2018 praktisch auf Eis.

Mit dem heutigen Beschluss hat die EU wieder die Initiative übernommen, nachdem die US-Regierung mit dem Versuch gescheitert war, selbst Vermittlungsgespräche zwischen Serbien und der ehemaligen serbischen Provinz Kosovo zu organisieren.

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