Feuerwerk am Sky Tower in Auckland | Bildquelle: AP

Silvester weltweit Gedämpfter Rutsch ins neue Jahr

Stand: 31.12.2020 16:42 Uhr

In einigen Ländern hat 2021 schon begonnen, der Rest der Welt folgt in den kommenden Stunden. Während im nahezu coronafreien Neuseeland gefeiert wurde wie immer, sieht der Silvesterabend in vielen Regionen anders aus als gewohnt.

Milliarden Menschen heißen heute Nacht das neue Jahr willkommen - allerdings unter Corona-Bedingungen. In Teilen der Welt hat 2021 bereits begonnen: Als Erste begrüßten die Bewohner der Südsee-Inseln Samoa und Kiribati um 11 Uhr Mitteleuropäischer Zeit (MEZ) das neue Jahr.

Obwohl es auf Kiribati noch keine Corona-Infektionen gegeben haben soll und in Samoa der erste Fall erst Mitte November gemeldet worden war, wurden öffentliche Feuerwerke abgesagt. Ausländische Touristen dürfen die Inseln im Südpazifik derzeit nicht besuchen. Auch blicken beide Länder aufgrund des weltweiten Klimawandels besorgt ins neue Jahr. In Samoas Hauptstadt Apia haben Stürme zu Überflutungen geführt. Die 3000 Inseln, die zu Kiribati gehören, kämpfen aufgrund des steigenden Wasserspiegels des Pazifiks mit Überschwemmungen.

Nur wenige Menschen stehen während des Silvesterfeuerwerks auf dem Vorplatz der Oper von Sydney. | Bildquelle: AFP
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Nur wenige Menschen stehen während des Silvesterfeuerwerks auf dem Vorplatz der Oper von Sydney.

Großveranstaltungen in Neuseeland

Mit einer Reihe von großen Musikfestivals und Feuerwerksshows begrüßte hingegen Neuseeland das neue Jahr. Im Gegensatz zu vielen anderen Ländern hat der Inselstaat seit mehr als einem Monat keine lokalen Corona-Fälle mehr verzeichnet. Daher konnten die Veranstaltungen ohne Begrenzungen der Besucherzahl oder anderen coronabedingten Einschränkungen stattfinden.

In der landesweit größten Stadt Auckland gab es eine Lichtshow rund um Harbour Bridge und Sky Tower, gefolgt von einem fünfminütigen Feuerwerk um Mitternacht. Eine der größten Silvesterveranstaltungen ist das dreitägige Musikfestival Rhythm and Vines, das nahe der Stadt Gisborne im Nordosten der Nordinsel über die Bühne geht.

Neujahrsfeiern am anderen Ende der Welt
tagesschau 16:55 Uhr, 31.12.2020

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Feuerwerk in Sydney - ohne Zuschauer

Um 14 Uhr MEZ startete Sydney ins neue Jahr - mit einem farbenprächtigen Feuerwerk am berühmten Opernhaus. Zuschauer waren diesmal wegen der Corona-Pandemie am Hafen der australischen Metropole nicht erlaubt. Die Gegend um den Hafen war abgesperrt, beliebte Parks waren zu. Von außen durften nur jene ins Zentrum Sydneys, die eine Reservierung in einem Restaurant hatten oder einer von fünf erlaubten Gästen eines Anwohners waren.

Die Behörden hatten zuvor verkündet, jeden mit einer Geldstrafe von 1000 Australischen Dollar (etwa 626 Euro) zu ahnden, der die Absperrungen zum Hafengebiet zu überwinden versuche. Das wirkte offenbar: Sydney habe einer Geisterstadt geglichen, je näher der Jahreswechsel rückte, sagten Beobachter.

Das weltbekannte Feuerwerk fiel kleiner und mit einer Dauer von sieben Minuten deutlich kürzer aus als sonst. Normalerweise zieht das Spektakel jedes Jahr mehr als eine Million Menschen an. In der zweitgrößten australischen Stadt Melbourne wurde das Feuerwerk in diesem Jahr abgesagt.

Auch in Japan wurde Silvester in diesem Jahr ruhig gefeiert. Wegen einer neuen Rekordzahl an Corona-Neuinfektionen in Tokio rief Gouverneurin Yuriko Koike die Bewohner auf, Neujahr mit der Familie zu verbringen und zu Hause zu bleiben.

Corona-Einschränkungen in vielen Ländern

Wegen der Corona-Pandemie waren viele Partys und Feuerwerke weltweit abgesagt worden, zum Beispiel in Rio de Janeiro, São Paulo, Amsterdam und London. Die Bürger von Seoul mussten diesmal auf die üblichen Straßenpartys zum Jahreswechsel verzichten. Die traditionelle Glockenschlag-Zeremonie, mit der die südkoreanische Hauptstadt normalerweise das neue Jahr einläutet, wurde ohne Publikum aufgezeichnet und im Fernsehen und in sozialen Medien übertragen. Auch in anderen Städten Südkoreas wurden die üblichen größeren Jahreswechsel-Feierlichkeiten abgesagt.

In weiten Teilen Indiens gelten nächtliche Ausgangssperren und Ausgangsbeschränkungen. Hotels und Bars in Neu Delhi, Mumbai und Chennai mussten um 23 Uhr schließen. Drohnen verfolgten in Mumbai aus der Luft, ob das Verbot größerer Menschenansammlungen eingehalten wurde. Viele Feierwillige zog es in das bei Rucksacktouristen beliebte Goa, wo es wegen geringer Infektionszahlen keine nächtliche Ausgangssperre gab.

In Moskau soll es trotz Corona-Sperrstunde ab 23 Uhr Ortszeit (21 Uhr MEZ) ein großes Feuerwerk am Kreml geben. In New York soll der "Ball Drop" am Times Square, ein fallender leuchtender Kristallball an einem Mast, nur vor wenigen Leuten statt wie sonst Tausenden stattfinden. In Paris herrscht auch an Silvester nachts die Ausgangssperre. Es gibt aber ein Online-Konzert von Jean-Michel Jarre als Avatar in der virtuellen Kulisse der Kathedrale von Notre-Dame und einen vorab aufgezeichneten Spenden-Livestream mit Star-DJ David Guetta vor der Louvre-Pyramide.

Auch in Italien gibt es starke Ausgangsbeschränkungen. Zwischen 22 Uhr am Silvesterabend und 7 Uhr am Neujahrsmorgen herrscht für die 60 Millionen Bürger und Bürgerinnen sogar Ausgangsverbot mit nur wenigen Ausnahmen. Partys hat die Regierung verboten. Höchstens zwei erwachsene Gäste aus einem anderen Haushalt dürfen zum Silvester-Essen mit am Tisch sitzen. Auch in der Türkei gelten verschärfte Ausgangsregeln.

Party in Wuhan

Das fast coronafreie Taiwan plant allerdings traditionell Pyrotechnik am Wolkenkratzer "Taipei 101". In den Vereinigten Arabischen Emiraten ist am höchsten Gebäude der Welt, dem 828 Meter hohen Burj Khalifa in Dubai, wieder ein spektakuläres Feuerwerk samt Licht- und Lasershow geplant.

Auch in China, wo erst zum chinesischen Neujahrsfest im Februar richtig groß gefeiert wird, sind Veranstaltungen geplant. Unter anderem soll es in Wuhan ein Feuerwerk geben - dem Ausbruchsort des Coronavirus.

Insgesamt dauert es 26 Stunden (11 Uhr MEZ am 31. Dezember bis 13 Uhr MEZ am 1. Januar), bis der ganze Globus ins neue Jahr gerutscht ist. Als letztes sind die unbewohnten Eilanden Bakerinsel und Howlandinsel dran - wieder im Pazifik.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 31. Dezember 2020 um 13:00 Uhr.

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