Simbabwe Präsident Emmerson Mnangagwa | Bildquelle: AFP

Erfolg für ZANU-PF Simbabwes Regierungspartei vor Wahlsieg

Stand: 01.08.2018 08:43 Uhr

Bei der Wahl in Simbabwe hat sich die Regierungspartei von Präsident Mnangagwa die Mehrheit im Parlament gesichert. Die ZANU-PF komme auf mindestens 109 Sitze, teilte die Wahlkommission mit. Über 58 Sitze muss noch entschieden werden.

Simbabwes regierende ZANU-PF-Partei hat die Mehrheit der Sitze im Parlament gewonnen. Nach Angaben der Wahlkommission erhielt sie 109, die oppositionelle Bewegung für demokratischen Wandel (MDC) 41. Über 58 Sitze sei noch nicht entschieden. Das Haus der Versammlung des Parlaments hat 210 Sitze. Die ZANU-PF müsste 30 weitere Stimmen gewinnen, um eine Zweidrittelmehrheit zu haben. Diese würde es erlauben, die Verfassung nach Belieben zu ändern.

Während die ZANU-PF-Partei von Präsident Emmerson Mnangagwa vorwiegend in den ländlichen Gebieten Stimmen bekam, gewann die von Nelson Chamisa geführte Oppositions-MDC in den meisten städtischen Zentren. Der MDC hatte der Wahlkommission am Dienstag vorgeworfen, die Ergebnisse der Wahl zugunsten der Regierungspartei zu verzögern. Sie beklagte zudem Unregelmäßigkeiten bei der Wahl. Die Ergebnisse der Abstimmung seien bei einem Fünftel aller Wahllokale nicht öffentlich angeschlagen worden, wie es vom Gesetz verlangt werde.

Freieste und fairste Wahl seit vielen Jahren

Die Wahl vom Montag war die erste Abstimmung seit einem Militärputsch im November, infolge dessen Machthaber Robert Mugabe (94) zurücktreten musste. Internationalen Beobachtern zufolge hatte Mugabe die Wahl 2008 verloren, hielt sich jedoch letztlich mit Gewalt an der Macht. Auch die Wahl 2013 wurde allgemein nicht als frei und fair gesehen, es kam erneut zu Gewalt gegen Oppositionsanhänger.

Die jetzige Abstimmung wurde von Beobachtern im Vorfeld zwar nicht als frei und fair eingeschätzt - aber immerhin als die freieste und fairste Wahl in Simbabwe seit vielen Jahren. Obwohl sie friedlich verlief, patrouillierten mehrere Wasserwerfer vor dem zentralen Hauptquartier der MDC in Harare, als ihre rotgekleideten Anhänger in den Straßen tanzten.

Der Leiter der EU-Wahlbeobachtermission, der CDU-Europapolitiker Elmar Brok, sagte dem Bayerischen Rundfunk, die Abstimmung sei "weitestgehend ohne Störung abgelaufen". Ob einzelne beobachtete Probleme auf eine schlechte Organisation zurückzuführen seien oder Methode gehabt hätten, müsse noch geklärt werden.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 01. August 2018 um 09:15 Uhr.

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