Minuteman-Rakete auf der Minot Luftwaffenbasis (USA) | Bildquelle: picture alliance/AP Photo

SIPRI-Jahrbuch Die Gefahr bleibt groß

Stand: 17.06.2019 04:30 Uhr

Die Zahl der Atomwaffen ist weltweit weiter zurückgegangen. So steht es im Jahresbericht des Friedensforschungsinstituts SIPRI. Gleichzeitig modernisieren die Nuklearmächte ihre Arsenale.

Von Carsten Schmiester, ARD-Studio Stockholm

Es gibt zwar deutlich weniger Atomwaffen in der Welt als noch vor 40 Jahren, aber immer höher entwickelte. Deshalb bleibt die Gefahr sehr groß. Die Stockholmer SIPRI-Friedensforscher sehen trotz erheblicher Abrüstungserfolge in den vergangenen Jahrzehnten keinen Grund auch nur zur leisesten Entwarnung.

Es gebe eben nicht nur gute, sondern auch schlechte Nachrichten, so Institutsdirektor Dan Smith: "Die gute Nachricht ist, dass die Zahl der nuklearen Sprengköpfe weltweit gesunken ist", sagt er. Damit setze sich ein Trend fort. Es gibt aktuell etwa 13.800 Sprengköpfe - verglichen mit 65.000 Mitte der 1980er-Jahre zum Höhepunkt des Kalten Krieges. "Die schlechte Nachricht ist aber, dass alle Atommächte dabei sind, ihre Arsenale zu modernisieren."

Laut SIPRI-Jahrbuch hatten neun Nuklearmächte im Januar zusammen genau 13.865 Sprengköpfe, im Januar 2018 waren es noch 14.465. Aktuell ist das also nur ein leichter Rückgang. Die nukleare Abrüstung sei hauptsächlich das Ergebnis des sogenannten 'New START'-Vertrages zwischen Russland und den USA. "Aber der läuft 2021 aus, und die beunruhigende Frage ist: Wird er erneuert? Bis jetzt reden sie nicht einmal darüber", so Smith.

Friedensforschungsinstitut SIPRI veröffentlicht Jahresbericht zu weltweiten Atomwaffen
tagesschau 12:00 Uhr, 17.06.2019, Christian Stichler, ARD Stockholm

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Risiko eines versehentlichen Einsatzes bleibt

Allein diese beiden Staaten besitzen etwa 90 Prozent aller Nuklearwaffen: Russland geschätzt knapp 6500, die USA  knapp 6200. Dann kommen Frankreich mit etwa 300, China mit 290, Großbritannien mit 200, Indien mit knapp 150 und Pakistan mit gut 150 Sprengköpfen, schließlich Israel mit 80 bis 90 und Nordkorea mit höchstens 30.

Gemeinsam ist allen, dass sie versuchen, ihre Waffensysteme weiterzuentwickeln. "Wenn alle neun das tun, dann bedeutet es, dass es auf absehbare Zukunft Atomwaffen, vielleicht einmal auch wieder neue Atomwaffen geben wird", so Smith. "Solange es diese Waffen aber gibt, gibt es auch das Risiko des versehentlichen Einsatzes. In der Vergangenheit waren wir ein paar Mal nahe dran."

Größtes Risiko: Indien und Pakistan

Und in der Gegenwart? Da sehen die Friedensforscher im Dauerkonflikt zwischen Indien und Pakistan die größte Gefahr auch einer nuklearen Eskalation, weniger in Korea. Allerdings ist es nach Smiths Meinung unwahrscheinlich, dass der Norden auf seine Atomwaffen verzichten wird ohne die nukleare Demilitarisierung auch des Südens, der zusammen mit den USA allerdings die einseitige Abrüstung Nordkoreas verlangt.

Auch der Irankonflikt gilt als gefährlich. Die USA sind im vergangenen Jahr aus dem internationalen Atomabkommen mit dem Iran ausgestiegen. Teheran droht zumindest indirekt damit, das auch zu tun, was den Iran laut Smith aber nicht unmittelbar zur nuklearen Bedrohung für gesamte Region macht. "Während es dort in großem Umfang die Technologie und das Wissen gibt, sind sie dennoch einige Jahre von einer eigenen Atomwaffe entfernt, selbst wenn auch sie aus dem Iran-Abkommen aussteigen sollten", so Smith.

SIPRI: Weniger aber modernere Atomwaffen
Carsten Schmiester, ARD Stockholm
16.06.2019 23:32 Uhr

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Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 17. Juni 2019 um 09:00 Uhr.

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