Ein Konterfei des ermordeten Investigativjournalisten Jan Kuciak steht vor den Räumen der Aktuality Redaktion. | Bildquelle: dpa

Journalistenmord in der Slowakei Tausende fordern vorgezogene Wahl

Stand: 28.04.2018 08:33 Uhr

Die Proteste nach dem Mord an dem Journalisten Kuciak haben in der Slowakei bereits zu mehreren Rücktritten von Politikern geführt. Nun gingen erneut Tausende Menschen auf die Straßen und forderten Neuwahlen.

Zwei Monate nach dem Mord an dem Enthüllungsjournalisten Jan Kuciak in der Slowakei haben erneut Tausende Menschen in Bratislava gegen die Regierung protestiert. In Sprechchören und auf Transparenten forderten sie ein Vorziehen der erst in zwei Jahren geplanten Parlamentswahl.

Der bereits erfolgte Austausch mehrerer Regierungsmitglieder sei zu wenig, um das Vertrauen der Bevölkerung in die staatlichen Institutionen wieder herzustellen, erklärten die parteiunabhängigen Organisatoren. Nach ihren Angaben hätten bereits 80.000 Menschen eine Petition für Neuwahlen unterschrieben, für welche ebenfalls auf der Demonstration geworben wurde.

Fico | Bildquelle: AFP
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Auch der slowakische Ministerpräsident Robert Fico trat zurück.

Doppelmord nicht aufgeklärt

Der Doppelmord an Kuciak und seiner Verlobten am 21. Februar ist bisher nicht aufgeklärt. Die beiden 27-Jährigen waren nach Polizeiangaben im Stil einer Hinrichtung erschossen worden. Der ermordete Kuciak hatte Kontakte von Regierungsmitarbeitern zur italienischen Mafia und anderen zwielichtigen Geschäftsleuten untersucht.

Unter dem Druck der seit Anfang März Woche für Woche wiederholten Proteste traten bisher schon mehrere Regierungsmitglieder und Amtsträger aus Polizei und Justiz zurück, darunter der sozialdemokratische Langzeit-Regierungschef Robert Fico, Innenminister Robert Kalinak und dessen kurzzeitiger Nachfolger sowie mehrere andere Minister und der Polizeipräsident.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 28. April 2018 um 09:00 Uhr.

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