Bundesinnenminister Thomas de Maiziere, der tunesische Innenminister Mohamed Najem Gharsalli und die britische Innenministerin Theresa May gedenken am Strand von Sousse der Opfer.

Innenminister de Maizière in Tunesien Gedenken am Strand von Sousse

Stand: 29.06.2015 16:13 Uhr

Am Strand von Sousse, wo ein Student 38 Menschen umbrachte, ist eine Trauerfeier abgehalten worden. Unter den Gästen war auch Bundesinnenminister de Maizière. Nach Angaben des Auswärtigen Amtes gab es ein zweites deutsches Todesopfer. Derweil nahm die Polizei mutmaßliche Hintermänner des Terroranschlags fest.

Drei Tage ist es her, dass bei einem Terroranschlag in Tunesien 38 Menschen starben und 39 weitere verletzt wurden. Nun ist Bundesinnenminister Thomas de Maizière zu einem Solidaritätsbesuch in das nordafrikanische Land gereist. Der CDU-Politiker besuchte gemeinsam mit Regierungsvertretern aus Großbritannien, Belgien und Frankreich das Strandhotel "Imperial Marhaba" in Sousse, den Ort der Attacke. Dort hatte am Freitag ein tunesischer Student um sich geschossen, bevor er selbst getötet wurde.

Zwei Deutsche unter den Opfern

Heute wurde bekannt, dass es ein weiteres deutsches Todesopfer gibt. Das teilte das Auswärtige Amt nach der Identifizierung weiterer Leichen mit. Zur Identität des Todesopfers äußerte es sich nicht. Eine Urlauberin aus Deutschland wurde verletzt.

Zu dem Anschlag bekannte sich die Dschihadistengruppe "Islamischer Staat" (IS). Nach Angaben des tunesischen Innenministeriums Mohamed Najem Gharsalli handelte der Attentäter allein, er habe aber sicherlich Helfer gehabt.

Inzwischen ist eine Gruppe von Verdächtigen festgenommen worden, die an dem Anschlag beteiligt gewesen sein sollen. Die Sicherheitskräfte würden jeden verfolgen, der in das Attentat verstrickt sei, sagte Gharsalli in Sousse.

Blumen Sousse | Bildquelle: dpa
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Touristen haben am Strand von Sousse Blumen niedergelegt.

Hilfe im Kampf gegen Terror versprochen

Die ausländischen Staatsvertreter versprachen Tunesien Hilfe im Kampf gegen Terrorismus. "Wir sind hierher gekommen, um Solidarität zu zeigen mit dieser jungen und immer noch verletzlichen Demokratie", sagte de Maizière. "Wir sind entschlossen zu zeigen, dass Freiheit stärker ist als Terrorismus." Deutschland unterstütze die Maßnahmen Tunesiens zum Schutz der Touristen, sagte de Maizière.

Bundesinnenminister Thomas de Maiziere, der tunesische Innenminister Mohamed Najem Gharsalli und die britische Innenministerin Theresa May legen am Strand vor dem Imperial Marhaba Hotel im tunesischen Sousse Blumen nieder.
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Gedenkfeier am Strand von Sousse.

Die meisten Toten stammen aus Großbritannien. Die Regierung in London spricht von mindestens 18 getöteten Briten. Nach Angaben eines Sprechers könnte die Zahl in den kommenden Tagen noch auf 30 Tote ansteigen. Das wäre die höchste Zahl britischer Anschlagsopfer seit den Attentaten in London im Juli 2005.

Großbritannien schickt Militärmaschine

Die britische Regierung hat inzwischen eine Militärmaschine nach Tunesien geschickt. Das Transportflugzeug der britischen Luftwaffe vom Typ Boeing C17 solle bei der "Evakuierung der Opfer" helfen, sagte Premierminister David Cameron dem Rundfunksender BBC. Außerdem sollten die Leichen der Anschlagsopfer zurück nach Großbritannien gebracht werden. Cameron sprach von einer "absolut entsetzlichen Attacke", die das ganze Land und die ganze Welt schockiert habe.

Bereits vor wenigen Monaten war Tunesien Ziel eines schweren Terroranschlags geworden. Extremisten hatten am 18. März im Bardo-Nationalmuseum in Tunis mehr als 20 Menschen getötet - die meisten waren ausländische Urlauber. Schon damals war Innenminister de Maizière nach Tunis gereist und hatte an einem Trauermarsch teilgenommen.

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