Polizisten und Sicherheitskräfte laufen über eine zerstörte Brücke in Malgrad de Mar nahe Girona. | Bildquelle: AFP

Sturmschäden in Spanien Aufräumen nach "Gloria"

Stand: 23.01.2020 18:56 Uhr

In Spanien wird nach Sturmtief "Gloria" das ganze Ausmaß der Schäden sichtbar: Zerstörte Strände, eingestürzte Brücken und mindestens neun Tote. Vor allem die Mittelmeerküste wurde schwer getroffen.

Von Nicholas Buschschlüter, ARD-Studio Madrid

Es regnet noch immer in Teilen Spaniens. Vor allem in Katalonien gibt es noch heftige Schauer. Das behindert die Aufräumarbeiten. Weiter südlich, in den Regionen um Valencia und Alicante ist das Aufräumen dagegen schon in vollem Gange. Straßen werden von angeschwemmten Trümmern befreit, zerbrochene Fenster ausgetauscht.

Der starke Wind hat das Wasser bis in das Innere von Strassencafes gedrückt, sogar zwei ausgewachsene Thunfische wurden auf eine Uferpromenade angespült. In Altea bei Alicante zerstörten die Wellen acht Kilometer Strand. Wo Sand war, liegen jetzt nur noch grobe Kieselsteine. Entsprechend geschockt ist der Bürgermeister. Erst vor drei Jahren sei der Strand repariert worden, erzählt er im spanischen Fernsehen.

Zerstörte Gebäude und große Wellen an einer Klippe in der Nähe des Hafens Palamos in Girona. | Bildquelle: DAVID BORRAT/EPA-EFE/REX
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Riesige Wellen und zerstörte Gebäude in der Nähe des Hafens Palamos in der Provinz Girona.

Viele Straßen sind weiter gesperrt

Wegen angeschwollener Flüsse bleiben in Katalonien und der Region Valencia viele Straßen gesperrt. Auch der Bahnverkehr auf der Hochgeschwindigkeitsstrecke zwischen Katalonien und Frankreich wurde bis auf weiteres unterbrochen - angeblich wegen Problemen auf der französischen Seite durch Überflutungen. Jetzt sehe man, was die Natur alles anrichten könne, stellt ein Passant in Valencia kopfschüttelnd fest.

Erschreckend sind auch Satellitenaufnahmen, die das Delta des Flusses Ebro in Katalonien zeigen. Das Sumpfgebiet beherbergt einige der größten Brutkolonien von Wasservögeln im Mittelmeerraum. Nach dem Sturmtief sind die 320 Quadratkilometer des Naturparks größtenteils überflutet. Das Wasser drang hier bis zu drei Kilometer ins Landesinnere in. Auch viele Reisplantagen wurden zerstört. Wie schnell sich das Ökosystem im Ebrodelta erholen kann, ist unklar.

Schicksal von Vermissten unklar

Ungeklärt ist auch noch das Schicksal von vier Vermissten durch das Sturmtief - drei davon auf den Balearen. Zwei der Verschwundenen könnten durch das Meer mitgerissen worden sein. Der dritte, ein erfahrener Taucher, war auf einer Schluchtentour unterwegs, als ihn die Wassermassen offensichtlich überraschten.

Die Zahl der Todesopfer liegt bislang bei zwölf. Spaniens Ministerpräsident Pedro Sanchez drückte den Angehörigen der Opfer sein Mitgefühl aus. Am Vormittag besuchte er einige der betroffenen Gebiete in Katalonien.

Aufräumen nach Gloria - Sturmschäden in Spanien
Nicholas Buschschlüter, ARD Madrid
23.01.2020 11:30 Uhr

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