Sicherheitskamera in China | Bildquelle: AP

Spionagevorwürfe Chinas Griff nach Australien

Stand: 25.11.2019 12:59 Uhr

China soll nach Medienberichten versucht haben, einen Spion ins australische Parlament einzuschleusen. Ein chinesisch-australischer Autohändler sollte demnach für einen Sitz kandidieren. Der Mann ist inzwischen tot.

Von Lena Bodewein, ARD-Studio Singapur

Hat China Einfluss auf die australische Politik nehmen wollen? Der australische Geheimdienst ermittelt, ob tatsächlich ein Agent im Parlament in Canberra platziert werden sollte. Ein Händler für Luxusautos in Melbourne sollte für eine siebenstellige Summe bei den vergangenen Parlamentswahlen kandidieren. Das berichteten mehrere Zeitungen und ein Fernsehsender.

Australischer Premierminister Scott Morrison | Bildquelle: AP
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Der australische Regierungschef Morrison spricht von verstörenden Vorkommnissen.

Australiens Premier Scott Morrison nannte die möglichen Vorkommnisse zutiefst verstörend, versicherte aber, dass die Regierung die Gesetze verschärft und Geheimdienste verstärkt habe. So solle ausländische Einflussnahme verhindert werden. Der Autohändler, der möglicherweise als Agent ins Parlament gelangen sollte, war im März in einem Motel in Melbourne tot aufgefunden worden; sein Tod wird weiterhin untersucht.

Angeblicher chinesischer Überläufer erhebt Vorwürfe

Die Berichte erschienen nur einen Tag, nachdem bekannt wurde, dass ein angeblicher chinesischer Spion dem australischen Geheimdienst bahnbrechende Enthüllungen präsentiert haben soll: Wang Liqiang soll demnach geschildert haben, wie China politischen Einfluss in Taiwan, Hongkong und Australien ausübte: wie sie Studenten in Australien ausspionierten, wie sie in Taiwan die sozialen Medien manipulierten und in Hongkong mehrere Buchhändler entführten. Wang Liqiang hat in Australien Asyl beantragt.  China widersprach den Darstellungen heftig und bezeichnete den jungen Mann als Lügner.

Die Debatte über chinesische Einflussnahme in Australien ist länger andauernd. Peking wurde schon häufiger beschuldigt, durch Spenden an Politiker und andere Mittel das Parlament zu infiltrieren. Das Verhältnis der beiden Länder ist angespannt, dabei ist China Australiens größter Handelspartner.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 25. November 2019 um 13:00 Uhr.

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