US-Botschaft in Moskau mit russischer und US-Flagge | Bildquelle: YURI KOCHETKOV/EPA-EFE/REX/Shutt

US-Botschaft in Moskau Russische Agentin jahrelang beschäftigt

Stand: 03.08.2018 08:29 Uhr

Eine russische Spionin hat offenbar jahrelang unerkannt in der US-Botschaft in Moskau gearbeitet. Medien berichten, die Frau sei erst vor Kurzem von der US-Spionageabwehr enttarnt worden.

In der US-Botschaft in Moskau hat Medienberichten zufolge über ein Jahrzehnt lang eine mutmaßliche russische Spionin gearbeitet. Die russische Staatsangehörige sei vom Secret Service angestellt worden, der für die Sicherheit des US-Präsidenten verantwortlich ist, berichten die britische Zeitung "Guardian" und der US-Sender CNN. Bei einer Routine-Sicherheitskontrolle durch das US-Außenministerium sei sie unter Verdacht geraten.

Bei der Untersuchung wurde demnach festgestellt, dass die Frau regelmäßig nicht genehmigte Treffen mit dem russischen Geheimdienst FSB abhielt. Die Frau habe Zugang zum Intranet und E-Mail-System des Secret Service und damit zu potenziell sensiblen Daten wie dem Terminkalender des US-Präsidenten gehabt. Auf streng vertrauliche Informationen habe sie aber nicht zugreifen können, berichtete CNN unter Berufung auf nicht genannte Quellen.

US-Botschaft in Moskau | Bildquelle: YURI KOCHETKOV/EPA-EFE/REX/Shutt
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Fast zehn Jahre lang soll die Spionin in der US-Botschaft in Moskau beschäftigt gewesen sein.

"Unauffällige" Entlassung

Um einen Skandal und peinliche Untersuchungen zu verhindern, sei die Spionin im Sommer des Vorjahres "unauffällig" entlassen worden, berichtete der "Guardian" weiter. Dies erfolgte demnach im Zuge der Entlassung von 750 Beschäftigten der US-Botschaft als Reaktion auf die Vorwürfe gegen Russland, sich in die US-Präsidentschaftswahl 2016 eingemischt zu haben.

Der Secret Service habe keine internen Ermittlungen eingeleitet, um den möglichen Schaden zu begutachten und zu prüfen, ob die Frau andere Mitarbeiter angeheuert habe, sie mit weiteren Informationen zu versorgen. In einer von beiden Medien zitierten Erklärung des Secret Service hieß es, alle ausländischen Mitarbeiter könnten zum "Ziel einer Beeinflussung durch einen ausländischen Geheimdienst" werden. Diese Mitarbeiter seien jedoch zu keinem Zeitpunkt in der Lage gewesen, an "Informationen zur nationalen Sicherheit" zu gelangen.

Das US-Außenministerium erklärte, die Berichte würden geprüft. Das Ministerium äußere sich aber nicht zu Geheimdienstangelegenheiten. Neben dem Personenschutz für den US-Präsidenten unterliegt dem Secret Service auch die Strafverfolgung auf Bundesebene. Vertreter der Behörde sind auch an verschiedenen US-Botschaften im Ausland im Einsatz.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 03. August 2018 um 09:15 Uhr.

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