Das Gebäude des Auswärtigen Amtes. | Bildquelle: dpa

Anschläge in Sri Lanka Auswärtiges Amt ruft zur Vorsicht auf

Stand: 22.04.2019 06:58 Uhr

Die Anschläge in Sri Lanka richteten sich offenbar auch gezielt gegen Ausländer. Das Auswärtige Amt aktualisierte seine Reisehinweise für das Land, große Reiseveranstalter ändern ihr Programm.

Nach der Anschlagsserie in Sri Lanka hat das Auswärtige Amt Reisende zur Vorsicht aufgerufen. "Reisende werden dringend gebeten, öffentliche Plätze und insbesondere die Anschlagsorte weiträumig zu meiden", erklärte das Amt in seinen Reise- und Sicherheitshinweisen für Sri Lanka.

Fahrten zum Flughafen möglich

Die verhängte Ausgangssperre sollte beachtet werden, da die "Lage unübersichtlich bleibt". Das Amt empfiehlt, lokale Medien zu verfolgen, engen Kontakt zu Reiseveranstaltern und Fluggesellschaften zu halten und den "Anweisungen von Sicherheitskräften Folge zu leisten". Touristen könnten sich auch an die behördliche Hotline +94 (0) 112323015 wenden.

Nach Auskunft der Flughafenbehörde seien Fahrten zum Flughafen mit gültigem Reisepass und Flugticket trotz der Ausgangssperre erlaubt. Reisende sollten spätestens vier Stunden vor Abflug am Flughafen eintreffen, da mit "weitreichenden Sicherheitsmaßnahmen wie Absperrungen, aber auch Einschränkungen im Flugverkehr und verstärkten Kontrollen vor dem Betreten des Flughafengebäudes und dem Abflug" zu rechnen sei.

Kontakt zu Angehörigen möglichst per SMS

Soziale Medien seien vorübergehend abgeschaltet worden, teilte das Ministerium mit. Reisende sollten ihre Angehörige möglichst per SMS oder Telefonanruf wissen lassen, dass sie wohlauf sind. Die Telefon- und Internetverbindungen könnten derzeit aber überlastet sein.

Das Auswärtige Amt richtete auch einen Krisenstab ein. Angehörige können sich unter der Rufnummer 030-50000 melden.

Reiseveranstalter klären Lage ihrer Gäste

Die großen deutschen Reiseveranstalter bemühen sich unterdessen, zu klären, ob ihre Gäste in Sicherheit sind. Ausflüge über die Insel wurden sicherheitshalber abgesagt, die Reisegäste zurück in ihre Hotels gebracht.

TUI teilte mit, nach jetzigen Stand seien keine ihrer Gäste von den Explosionen betroffen. Man versuche, die etwa 150 Gäste landesweit auf dem Handy oder über die Reiseleitungen vor Ort zu kontaktieren.

Der Reiseveranstalter Thomas Cook habe keine Gäste in den betroffenen Hotels, sagte ein Sprecherin. "Wir rechnen weiter mit erheblichen Einschränkungen." Die Touristen sollten in ihren Unterkünften bleiben und auch die Hauptstadt Colombo meiden.

Ähnlich äußerte sich eine Sprecherin von DER Touristik. Das Unternehmen habe zwar einige Hotels im Angebot, die zum Anschlagsziel geworden seien, es gebe bislang aber keine Hinweise, dass DER-Feriengäste betroffen seien. Das Reiseunternehmen habe eine knapp vierstellige Zahl von Touristen auf Sri Lanka. Man helfe Gästen, die vorzeitig abreisen wollten, mit der Organisation. Reisen aus Deutschland nach Sri Lanka mit Abflug bis zum kommenden Mittwoch könnten storniert werden.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 21. April 2019 um 17:00 Uhr.

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