Angestellte der SNCF helfen Passagieren bei der Orientierung während des Streiks | Bildquelle: REUTERS

Generalstreik in Frankreich Es ist nicht vorbei

Stand: 06.12.2019 07:36 Uhr

Frankreich drohen auch heute massive Einschränkungen bei Bussen, Bahnen und im Flugverkehr. Die Gewerkschaften wollen so lange streiken, bis Macron seine umstrittenen Rentenreformpläne begräbt.

Reisende müssen sich auch heute in Frankreich wieder auf Behinderungen im Nah- und Fernverkehr sowie auf Flughäfen einstellen. Grund sind massive Streiks gegen die geplante Rentenreform, die am Donnerstag begonnen und den öffentlichen Verkehr im Land fast komplett lahmgelegt hatten. Die französische Staatsbahn SNCF rechnet mit eine starken Störung des Verkehrs.

So sollen 90 Prozent der TGV-Hochgeschwindigkeitszüge ausfallen. Auch der Verkehr mit TER-Regionalzügen sei auf 30 Prozent des normalen Aufkommens reduziert, teilte die Bahngesellschaft mit. Bei der Pariser Metro sollten zehn von 14 Linien stillstehen. Auch für die RER-Regionalzüge im Großraum Paris wurden starke Einschränkungen angekündigt.

Aufnahme der geschlossenen Metro-Station "Opéra" in Paris. | Bildquelle: dpa
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In Paris sind zehn der 14 Metro-Linien von den Ausständen betroffen. Vielerorts, wie hier an der Station "Opéra", bleiben auch heute die U-Bahnhöfe geschlossen.

Bahnverkehr auch nach Deutschland betroffen

Verbindungen in die Nachbarländer mit Zügen wie dem Thalys oder dem Eurostar seien weiter stark eingeschränkt, auch Deutschland könnte erneut von den Störungen betroffen sein.

Bereits gestern waren hierzulande Verbindungen ausgefallen. Ob es heute erneut zu Einschränkungen auf den ICE-Verbindungen von und nach Frankreich kommt, ist derzeit unklar. Bereits gestern rief die Bahn Reisende dazu auf, sich im Internet über ihre Verbindungen zu informieren.

Einschränkungen auch im Flugverkehr

Die französische Zivilluftfahrtbehörde Direction Générale de l'Aviation Civile (DGAC) rief die Airlines auf, ihr Flugaufkommen am Freitag um ein Fünftel zu vermindern. Air France strich 30 Prozent der Inlandsflüge und fast zehn Prozent der Mittelstreckenflüge. Auch die Airlines Transavia, Easyjet und Ryanair annullierten nach eigenen Angaben einige Flüge.

Betroffen sind die internationalen Hauptstadt-Flughäfen Charles de Gaulle und Orly, der außerhalb von Paris gelegene Flughafen Beauvais sowie Lyon, Marseille, Toulouse und Bordeaux.

Hunderttausende bei Protesten

Am ersten Tag des Generalstreiks protestierten am Donnerstag Hunderttausende Menschen im ganzen Land. Nach Angaben des Innenministeriums waren mehr als 800.000 Menschen auf die Straße gegangen - fast drei Mal so viele wie auf dem Höhepunkt der "Gelbwesten"-Proteste vor einem Jahr. Die Gewerkschaft CGT sprach von landesweit mehr als 1,5 Millionen Demonstranten. In Paris kam es am Rande einer Demonstration zu Krawallen.

Frankreich: Weiterhin massive Streiks
tagesschau 09:00 Uhr, 06.12.2019

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Der Generalstreik richtet sich gegen die Rentenreform, die im Detail noch gar nicht bekannt ist. Präsident Emmanuel Macron will das komplizierte System vereinheitlichen, das neben einer allgemeinen Rente spezielle Regelungen für 42 Branchen vorsieht. Die Gewerkschaften warnen vor massiven Einschnitten.

Der Vorsitzende der Gewerkschaft CGT, Philippe Martinez, drohte der Regierung mit wochenlangen Protesten. Der Streik sei in vielen Bereichen verlängerbar. Über ihr weiteres Vorgehen wollen die Gewerkschaften heute beraten

Frankreich: Proteste gegen Rentenreform gehen weiter
Martin Bohne, ARD Paris
06.12.2019 07:27 Uhr

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