Omar al-Baschir verlässt am 1. April nach einer Rede das Parlament in Khartum. | Bildquelle: AFP

Sudan Putsch gegen Al-Baschir?

Stand: 11.04.2019 13:30 Uhr

Die sudanesische Armee hat eine "wichtige Erklärung" angekündigt, Soldaten sind in Khartum aufmarschiert. Vieles deutet darauf hin, dass Präsident Al-Baschir aus dem Amt entfernt wurde. Hoffnung gibt es für politische Gefangene.

Im Sudan ist der langjährige Präsident Omar Al-Baschir offenbar entmachtet worden. Dies berichten mehrere Nachrichtenagenturen unter Berufung auf nicht namentlich genannte Quellen. Offenbar wurde der 75-Jährige von der Armee abgesetzt. Die Agenturen berichten zudem, dass Minister und Funktionäre der Regierungspartei festgenommen wurden. Die Armee soll bereits Gespräche über eine Übergangsregierung führen.

Der Geheimdienst kündigte laut der amtlichen Nachrichtenagentur Suna an, alle politischen Gefangenen aus der Haft zu entlassen. Ein konkreter Zeitpunkt wurde nicht genannt. Die Nachrichtenagentur AFP zitiert sudanesische Aktivisten, die behaupten, Hunderte im Zusammenhang mit den Protesten gegen Al-Baschir inhaftierte Demonstranten seien bereits frei. Allein am vergangenen Wochenende sollen mehr als 2000 Menschen festgenommen worden sein.

Alexander Stenzel, ARD Kairo, berichtet zur unklaren Situation im Sudan
tagesschau 12:00 Uhr , 11.04.2019

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In den Städten Port Sudan und Kassala im Osten des Landes sollen Demonstranten Gebäude des Geheimdienstes angegriffen haben. Möglicherweise sollten damit Inhaftierte befreit werden.

Warten auf die "wichtige Erklärung"

In der Hauptstadt Khartum versammelten sich Menschenmengen - die Menschen schwenkten sudanesische Flaggen, umarmten einander und verschenkten Süßigkeiten. Sie warten auf die von der Armee am Morgen angekündigte "wichtige Erklärung".

Soldaten und Angehörige der Sicherheitskräfte wurden an wichtigen Straßen und Nilbrücken postiert. Augenzeugen bestätigten, dass einige Brücken in Richtung Innenstadt von Khartum abgeriegelt wurden.

Zehntausende Menschen hatten seit Monaten gegen al-Baschir protestiert, der das Land seit drei Jahrzehnten regiert. Ausgelöst wurden die Demonstrationen durch Preiserhöhungen für Nahrungsmittel und andere Waren des täglichen Bedarfs, die wiederum mit der schweren Wirtschaftskrise zusammenhängen. Im Laufe der Zeit richteten sie sich zunehmend gegen den autoritären Staatschef selbst.

Demonstranten vor dem Hauptquartier des Militärs in Kharthum. | Bildquelle: AFP
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Seit Tagen protestieren Menschen vor dem Armeehauptquartier.

Geächtet und isoliert

Al-Baschir hatte sich vor rund 30 Jahren an die Macht geputscht. Er wird für den gewaltsamen Tod von Millionen Menschen in Darfur, den Nuba-Bergen und anderen Konfliktregionen im Sudan sowie im Südsudan verantwortlich gemacht. Vom Internationalen Strafgerichtshof wird er wegen Völkermords mit Haftbefehl gesucht. Viele Staaten haben den Sudan unter seiner Herrschaft geächtet.

Im Februar verhängte Al-Baschir einen Ausnahmezustand, löste seine Regierung und die der Bundesstaaten auf und erklärte, er würde als Chef der Regierungspartei zurücktreten. Dies entschärfte die Lage aber nicht.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 11. April 2019 um 10:00 Uhr.

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