Ausschreitungen in Khartum. | Bildquelle: REUTERS

Krise im Sudan Ausschreitungen trotz Einigung

Stand: 14.05.2019 11:02 Uhr

Im krisengeschüttelten Sudan zeichnet sich eine Lösung ab: Militärrat und Opposition haben sich geeinigt, wie das Land künftig geführt werden soll. Doch bei neuen Protesten gab es mehrere Tote und Verletzte.

Nach der Einigung des Militärs und der Opposition im Sudan auf eine Teilung der Macht bis zu den nächsten Wahlen ist die Gewalt in dem afrikanischen Land wieder aufgeflammt. Bei Zusammenstößen zwischen Sicherheitskräften und Demonstranten in der Hauptstadt Khartum wurden mehrere Menschen getötet. Mindestens sechs Demonstranten seien ums Leben gekommen, teilte ein Verband sudanesischer Ärzte mit. Dem militärischen Übergangsrat zufolge wurde ein Mitglied der Streitkräfte getötet.

Proteste im Sudan gehen weiter
tagesschau 05:30 Uhr, 14.05.2019

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Schüsse waren bis spät in den Abend hinein zu hören. Der Militärrat beschuldigte bewaffnete Gruppen, das Feuer eröffnet zu haben, weil sie mit den Forschritten bei den Bemühungen um eine politische Einigung unzufrieden seien. Demonstranten erklärten, Konter-Revolutionäre mit Verbindungen zu dem Regime des im April von der Armee gestürzten Präsidenten Omar al-Baschir hätten die Gewalt angestiftet. Bereits während des Tages war es zu Ausschreitungen gekommen.

Einigung zwischen Opposition und Militärrat

Zuvor hatten sich die sudanesische Opposition und der Militärrat des Landes geeinigt: auf die Struktur der Übergangsführung und wie das Land in den nächsten Jahren regiert werden soll. Das verkündeten beide Seiten in Khartum. Ein vorläufiger Präsidentschaftsrat soll gebildet werden, in dem Militärs und Zivilisten vertreten seien, eine Regierung werde berufen und eine Volksvertretung. Das erklärte ein Militärsprecher.

Im April war Diktator Omar al-Bashir nach drei Jahrzehnten Herrschaft gestürzt worden; danach übernahm ein Militärrat die Macht im Sudan. Die Opposition hingegen forderte eine rein zivile Führung, weil sie in dem Militärrat eine Fortsetzung al-Baschirs sah. In den vergangenen Tagen hatten die Demonstranten ihre Proteste noch einmal ausgeweitet, um den Druck auf den Militärrat zu erhöhen.

Einzelheiten werden in den kommenden Tagen geklärt

Nach der jetzt zustande gekommenen grundsätzlichen Übereinkunft beider Seiten auf die Struktur der Übergangsführung sollen in den kommenden Tagen die Einzelheiten festgelegt werden, kurz gesagt: wer mit welchen Vertretern in die Führung kommt.

Und dabei droht erneut Streit. Das Militär erhebt Anspruch auf eine dominante Rolle in der Übergangsphase, was die Opposition ablehnt; sie möchte, dass das Militär sich allein auf die Landesverteidigung beschränkt - und entsprechend in der Übergangsführung vertreten ist. Das Militär will eine zweijährige Übergangsphase; die Opposition fordert vier Jahre.

Ex-Staatschef al-Baschir wegen Mordes angeklagt

Derweil erklärte das Büro der Generalstaatsanwaltschaft in Khartum, Ex-Staatschef al-Baschir sei offiziell der "Anstiftung zur Ermordung und zur Beteiligung an der Ermordung von Demonstranten" beschuldigt worden. Ein Bruder al-Baschirs, der eine Anklage wegen Korruption zu erwarten hat, soll sich in die Türkei abgesetzt haben.

Mit Informationen von Björn Blaschke, ARD-Studio Kairo

Sudan: Einigung zwischen Opposition und Militärrat
Björn Blaschke, ARD Kairo
13.05.2019 21:42 Uhr

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Über dieses Thema berichtete Inforadio am 13. Mai 2019 um 22:03 Uhr und die tagesschau am 14. Mai um 05:30 Uhr.

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