Pro-Demokratie-Demonstranten im Sudan feiern die Bildung einer Übergangsregierung. | Bildquelle: AP

Zivilisten und Militär Übergangsregierung im Sudan steht

Stand: 21.08.2019 03:47 Uhr

Nach monatelangen Unruhen soll ein elfköpfiger Regierungsrat dem Sudan jetzt Frieden bringen. Die Militär-Angehörigen und Zivilisten regieren bis zur Abhaltung einer demokratsichen Wahl in etwa drei Jahren.

Am Wochenende machten Militär und Opposition im Sudan den Weg für eine neue Übergangsregierung frei. Nun steht der gemeinsame Regierungsrat. Die elf Mitglieder des sogenannten Souveränen Rats, der den Sudan ab sofort regieren soll, seien ausgewählt, teilten die Demokratiebewegung und das Militär mit. Damit wird auch der Militärrat aufgelöst, der das Land seit dem Sturz des langjährigen Autokraten Omar al-Baschir geführt hatte.

Der Souveräne Rat besteht aus fünf Militärangehörigen, fünf Zivilisten und einem elften unabhängigen Mitglied. Er soll etwas mehr als drei Jahre im Amt bleiben, bis Wahlen abgehalten werden. Die ersten 21 Monate soll der Vorsitzende des Militärrats, Abdel Fattah Burhan, den souveränen Rat anführen. Später solle für die nächsten 18 Monate eine Zivilperson die Leitung übernehmen.

Auch umstrittener General Teil des Rates

Mit der Übergangsregierung soll im Anschluss der Weg für eine Zivilregierung freigemacht werden, die das Volk wählt.

Dem Souveränen Rat gehört auch General Mohammed Hamdan Daglo an. Dessen Einheit "Rapid Support Forces" wird für das gewaltsame Vorgehen gegen ein Protestlager in der Hauptstadt Khartum Anfang Juni verantwortlich gemacht. Damals waren dutzende Menschen getötet worden.

General Abdel Fattah Burhan | Bildquelle: AP
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General Abdel Fattah Burhan soll die ersten 21 Monate den souveränen Rat anführen.

Sturz des Präsidenten nach Massenprotesten

Anfang April hatte das sudanesische Militär nach monatelangen Protesten Präsident Omar al-Baschir abgesetzt. Dieser hatte das Land im Nordosten Afrikas 30 Jahre lang mit harter Hand regiert.

Nach der Absetzung des Präsidenten war es zu Zusammenstößen zwischen pro-demokratischen Demonstranten und dem Militär gekommen, das seit dem Sturz des Präsidenten an der Macht war. Die Demonstranten hatten einen raschen Übergang zu einer zivilen Regierung gefordert.

Der gestürzte Präsident al-Baschir muss sich nun vor einem Gericht in Khartum verantworten. Ihm werden unter anderem Korruption und Verantwortung für die Ermordung von Demonstranten vorgeworfen.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 21. August 2019 um 08:30 Uhr.

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