Südsudans Präsident Salva Kiir und sein früherer Stellvertreter Riek Machar | Bildquelle: AFP

Südsudan Konfliktparteien einigen sich auf Machtteilung

Stand: 05.08.2018 20:54 Uhr

Nach jahrelangem Bürgerkrieg im Südsudan haben sich die Konfliktparteien erneut auf eine Machtteilung geeinigt. Nun haben sie drei Monate Zeit, eine Übergangsregierung zu bilden.

Im Südsudan haben die Konfliktparteien einen finalen Plan unterschrieben, mit dem sie die Aufteilung der Macht klären und den Bürgerkrieg beenden wollen.

Dazu kamen Präsident Salva Kiir und sein Widersacher und früherer Stellvertreter Riek Machar sowie Vertreter weiterer Kämpfer in Khartum im Nachbarland Sudan zusammen.

Bei Inkrafttreten der endgültigen Vereinbarung haben die Konfliktparteien drei Monate Zeit zur Bildung einer Übergangsregierung. Diese soll dann für 36 Monate im Amt bleiben. Im vorläufigen Plan ist unter anderem festgelegt, dass die Übergangsregierung aus 35 Ministern bestehen soll, von denen Kiir 20 und Machar neun Posten besetzen darf. Die übrigen Ämter sind für andere Gruppen bestimmt. Machar tritt als Vizepräsident an die Seite von Präsident Kiir.

Mehrere bewaffnete Truppen beteiligen sich nicht am Plan

Staatschef Kiir hält die Erfolgsaussichten des Abkommens für gut. Schließlich sei dieser Plan den Konfliktparteien nicht von außen aufgezwungen worden. Doch mehrere bewaffnete Gruppen beteiligen sich nicht an dem Plan.

Die USA hatten im Juli gewarnt: Ein neuer Friedensdeal dürfe nicht einfach nur eine enge Vereinbarung unter den Eliten sein, sondern müsse breite Teile der Gesellschaft miteinbeziehen.

Menschen warten in der Nähe der südsudanischen Stadt Akobo auf Hilfsgüter von Oxfam. | Bildquelle: AP
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Weil die Landwirtschaft vielerorts zum Erliegen kam, sind viele auf Hilfe angewiesen.

Vielfache Versuche der Konfliktregelung

Es ist bereits das zwölfte Mal, dass die verfeindeten Parteien einen Waffenstillstand vereinbaren. Der ölreiche Staat ist erst seit 2011 vom Sudan unabhängig. 2013 brach ein Konflikt zwischen den Anhängern Kiirs vom Volk der Dinka und denen Machars vom Volk der Nuer aus.

Im August 2015 unterzeichneten Kiir und Machar nach internationaler Vermittlung bereits ein Friedensabkommen, das eine Teilung der Macht vorsah. 2016 brachen jedoch neue Kämpfe aus. Kiir warf Machar einen Putschversuch vor, und Machar floh ins Ausland.

Seit 2013 sind Zehntausende Menschen getötet worden. Wegen Gewalt und Vertreibung ist die Landwirtschaft in weiten Teilen des Landes zum Erliegen gekommen. Mehr als zwei Millionen flohen aus dem Land. Hunderttausende sind auf Nahrungsmittelhilfe angewiesen.

Mit Informationen von Carsten Kühntopp, ARD-Studio Kairo

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 05. August 2018 um 20:00 Uhr.

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