Der Supreme Court in der US-Hauptstadt Washington. | Bildquelle: REUTERS

Trumps Niederlage Supreme Court weist Wahl-Klage aus Texas ab

Stand: 12.12.2020 06:55 Uhr

Der Supreme Court der USA hat eine Klage aus Texas abgewiesen, die die Trump-Wahlniederlage verhindern sollte. Es ist die nächste schwere Schlappe für den Noch-Präsidenten - und wohl auch die endgültig entscheidende.

Der Oberste Gerichtshof der USA hat Präsident Donald Trump in dessen Kampf gegen seine Niederlage bei der Präsidentschaftswahl eine erneute Niederlage bereitet: Der Supreme Court wies am Abend eine Beschwerde des US-Bundesstaates Texas gegen die Wahlergebnisse in vier Swing States zurück.

Die Richter lehnten es ab, sich damit zu befassen, da Texas nicht das Recht habe, sich in die Wahlorganisation anderer Bundesstaaten einzumischen. In Texas hatte Trump bei der Präsidentschaftswahl am 3. November die Mehrheit errungen. Der Bundesstaat hatte am Dienstag Beschwerde gegen die offiziellen Wahlergebnisses in Michigan, Georgia, Pennsylvania und Wisconsin eingelegt. Die dortigen Ergebnisse seien "verfassungswidrig", da in großem Umfang "betrugsanfällige" Briefwahlstimmen gezählt worden seien. 

Viele Republikaner hatten Klage unterstützt

Trump hatte große Hoffnungen in die Beschwerde gesetzt und erklärt, sie sei "sehr solide". Er beantragte beim Supreme Court, in dem von Texas angestoßenen Verfahren Stellung beziehen zu dürfen. Die Beschwerde wurde von 106 republikanischen Abgeordneten und 18 Generalstaatsanwälten unterstützt.

In einer ersten Reaktion auf Twitter erklärte Trump, er fühle sich vom Obersten Gericht im Stich gelassen. "No Wisdom, No Courage!" schrieb er weiter - also: keine Weisheit, kein Mut.

Der Beschwerde waren kaum Erfolgsaussichten eingeräumt worden, da ein Bundesstaat sich nicht in den Wahlprozess in anderen Bundesstaaten einmischen darf. Außerdem legte Texas keine eindeutigen Beweise für Wahlbetrug vor und reichte keine Klage gegen die Wahlergebnisse in Staaten mit vielen Briefwahlstimmen ein, in denen Trump gewonnen hatte.

Konservative Mehrheit am Supreme Court hilft Trump nicht

Trump hat immer wieder die Hoffnung geäußert, dass der Oberste Gerichtshof ihm bei seinem Kampf gegen seine Wahlniederlage helfen könnte. Am Supreme Court hat das konservative Lager eine klare Mehrheit von sechs zu drei Richtern. Drei der Juristen wurden von Trump ernannt, zuletzt die erzkonservative Richterin Amy Coney Barrett.

Bereits am Dienstag erlitt Trump vor dem Supreme Court eine schwere Niederlage. Das Oberste Gericht wies ohne Angabe von Gründen einen Eilantrag ab, mit dem Verbündete des abgewählten Präsidenten den Wahlausgang im Schlüsselstaat Pennsylvania kippen wollten.

Trump spricht seit Wochen von angeblichem Wahlbetrug, der seinem demokratischen Herausforderer Joe Biden zum Sieg verholfen haben soll. Das Trump-Lager ist allerdings mit einer Reihe von Klagen gegen die Wahl gescheitert. Inzwischen haben alle Bundesstaaten die Wahlergebnisse zertifiziert. Biden hatte sich bei der Wahl 306 von insgesamt 538 Wahlleuten gesichert, die letztlich den Präsidenten wählen. Für einen Wahlsieg brauchte der frühere Vizepräsident mindestens 270 Wahlfrauen und -männer. Am 20. Januar soll Biden als 46. Präsident der US-Geschichte vereidigt werden.

Oberster Gerichtshof weist Wahl-Klage aus Texas ab
Jule Käppel, ARD Washington
12.12.2020 06:42 Uhr

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Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 12. Dezember 2020 um 09:00 Uhr.

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