Syrien mit Damaskus

Nordwest-Syrien Tote bei Beschuss von Flüchtlingslager

Stand: 20.11.2019 22:28 Uhr

Aus dem Nordwesten Syriens wird der Angriff auf ein Flüchtlingslager gemeldet. Dabei wurden nach Angaben der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte mindestens 15 Menschen getötet und weitere verletzt.

Bei dem Beschuss eines Flüchtlingslagers in Syriens sind nach Angaben von Beobachtern und Aktivisten mehrere Zivilisten getötet worden. Am späten Abend seien mehrere Geschosse in einem Flüchtlingslager nahe dem direkt an der türkischen Grenze gelegenen Ort Kah eingeschlagen, berichtete der oppositionelle Zivilschutz in der von Rebellen kontrollierten Provinz Idlib.

Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte sprach zunächst von mindestens 15 Toten und zahlreichen Verletzten. In mehreren Zelten sei Feuer ausgebrochen, hieß es weiter.

Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte

Die oppositionsnahe Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte (Syrian Observatory for Human Rights, SOHR) sitzt in Großbritannien und will Menschenrechtsverletzungen in Syrien dokumentieren. Sie bezeichnet sich als unabhängig. Die Informationen der Beobachtungsstelle lassen sich nicht unabhängig überprüfen.  

Raketen 25 Meter neben Frauenklinik eingeschlagen

Die Syrisch-amerikanische medizinische Gesellschaft (Sams) teilte mit, dass zwei Raketen 25 Meter entfernt von einem Frauenkrankenhaus eingeschlagen seien, das die Hilfsorganisation in dem Flüchtlingslager betreibt. Der Direktor des nahe gelegenen Atma-Charity-Krankenhauses berichtete der Deutschen Presse-Agentur von 28 Menschen, die nach dem Beschuss eingeliefert worden seien.

Rebellen machten die Armee von Syriens Präsident Baschar al-Assad für den Beschuss verantwortlich. Die Raketen sollen demnach aus einer Gegend abgefeuert worden sein, die von Regierungstruppen kontrolliert wird.

Die Provinz Idlib ist eine der letzten Gegenden, in denen überwiegend islamistische Rebellen noch Gebiete kontrollieren. Kah liegt an der Grenze zur Türkei im Nordwesten Syriens. In den vergangenen Jahren haben sich viele vertriebene Syrer aus Idlib und Aleppo in Flüchtlingslagern niedergelassen. Nach Schätzungen halten sich mehrere Zehntausend Flüchtlinge in der Gegend auf.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 20. November 2019 um 23:00 Uhr.

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