Karte: Syrien mit Provinz Daraa

Trotz Waffenruhe Wieder russische Angriffe in Syrien?

Stand: 24.06.2018 11:02 Uhr

Seit Tagen kämpfen im Süden Syriens Assads Truppen wieder gegen Rebellen - trotz einer Waffenruhe. Zum ersten Mal seit langem kamen nun offenbar russische Kampfjets zum Einsatz. Eine Verhandlungslösung zeichnet sich nicht ab.

Erstmals seit Inkrafttreten einer Waffenruhe vor knapp einem Jahr hat die russische Armee nach Angaben von Aktivisten Gebiete im Süden Syriens bombardiert. Wie die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mitteilte, flog Russland am Abend mindestens 25 Angriffe auf von Rebellen kontrollierte Dörfer im Osten der Provinz Daraa. Angaben zu möglichen Opfern und Schäden liegen noch nicht vor.

Die Beobachtungsstelle bezieht ihre Angaben von einem Netzwerk von Aktivisten vor Ort. Ihre Angaben sind von unabhängiger Seite kaum zu überprüfen. In den Provinzen Daraa, Kuneitra und Sueida, die nahe der Grenze zu Jordanien und den von Israel besetzten Golan-Höhen liegen, gilt seit dem vergangenen Sommer eine Waffenruhe, die Vertreter der USA, Russlands und Jordaniens ausgehandelt hatten.

Eines der letzten Rebellengebiete

Die Region gehört zu den letzten Gebieten in Syrien, die noch von Rebellen kontrolliert werden. Allerdings ist die Lage dort seit Wochen angespannt. Die Regierung von Baschar al-Assad hat Truppen zusammengezogen und mit Beschuss begonnen. Laut der Beobachtungsstelle starben in den vergangenen Tagen mindestens 19 Zivilisten.

Syrien verhandelt über den Verbündeten Russland seit Wochen mit den Rebellen in Daraa und Kuneitra über die Übergabe der Gebiete unter ihrer Kontrolle. Assad hatte angekündigt, seine Einheiten würden das ganze Land zurückerobern, sollte es keine Verhandlungslösung geben. Trotz diplomatischer Bemühungen Russlands, der USA und Jordaniens zeichnet sich eine solche für den Süden bisher nicht ab. In den vergangenen Tagen waren bereits Tausende Zivilisten vor Kämpfen und aus Angst vor weiterer Gewalt aus der Region geflohen.

In der Region hatten im März 2011 die Proteste gegen Präsident Baschar al-Assad begonnen. Angesichts des brutalen Vorgehens Assads gegen die Demonstranten weiteten sich die Proteste rasch aufs ganze Land aus.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 24. Juni 2018 um 09:00 Uhr.

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