Der russische Präsident Putin. | Bildquelle: REUTERS

Nordsyrien Russland sichert Kurden Sicherheit zu

Stand: 24.10.2019 04:18 Uhr

Die Kämpfer sollen aus Nordsyrien abziehen, aber den kurdischen Zivilisten will Russland Sicherheit garantieren. US-Präsident Trump klopft sich selbst auf die Schulter und hebt die Sanktionen gegen die Türkei auf.

Russland hat kurdischen Zivilisten in nordsyrischen Grenzregionen Sicherheit garantiert. Das habe der russische Verteidigungsminister Sergei Schoigu dem kurdischen Militärkommandeur Maslum Abdi in einem Telefongespräch versprochen, teilte das Ministerium mit. Abdi zeigte sich demnach dankbar für die russische Hilfe.

Kreml-Sprecher Dmitri Peskow riet syrisch-kurdischen Kämpfern, sich dem türkisch-russischen Abkommen gemäß zurückzuziehen. Andernfalls würden russische und syrische Soldaten zurücktreten und "die verbliebenen kurdischen Einheiten würden von der türkischen Armee niedergewalzt".

Russland und die Türkei wollen Grenzregion in Nordsyrien gemeinsam kontrollieren
tagesschau 20:00 Uhr, 23.10.2019, Ina Ruck, ARD Moskau

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Trump: "Haben die Leben von vielen Kurden gerettet"

Peskow sagte, die USA hätten die Kurden verraten. Abdi dagegen äußerte den USA gegenüber Dank. Die Waffenruhe in Nordsyrien mit der Türkei wäre ohne Trumps Einsatz nicht möglich gewesen, ließ er über einen Sprecher mitteilen.

Trump klopfte sich für die Waffenruhe selbst auf die Schulter: "Wir haben die Leben von vielen, vielen Kurden gerettet." Die Türkei habe mitgeteilt, dass sie die fünftägige Feuerpause zeitlich nicht begrenzen werde. "Dies war ein Ausgang, der von uns geschaffen wurde", sagte der US-Präsident.

Trump kündigte die Aufhebung von Wirtschaftssanktionen gegen die Türkei an, warnte jedoch, sie wieder einzuführen, sollte die Türkei gegen die Waffenruhe verstoßen.

Daniel Hechler, ARD Kairo, zur Rolle der USA im Syrien-Konflikt
tagesthemen 22:15 Uhr, 23.10.2019

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Russische Patrouillen in Nordsyrien beginnen

Russland und die Türkei begannen derweil mit der Umsetzung ihres Abkommens für Nordsyrien. Dieses sieht gemeinsame Patrouillen russischer und türkischer Soldaten entlang fast der gesamten nordöstlichen Grenze zwischen Syrien und der Türkei vor. Russische Militärpolizisten patrouillierten in der Stadt Manbidsch, berichtete die russische Nachrichtenagentur Interfax. Das russische Fernsehen berichtete, ein Konvoi russischer Soldaten bewege sich in Richtung der Stadt Kobane.

Von der Türkei unterstützte syrische Kämpfer hissten laut einem türkischen Fernsehbericht ihre und türkische Fahnen in der Stadt Ras al-Ain, um die es während der fast zweiwöchigen türkischen Offensive heftige Kämpfe gegeben hatte.

Türkei droht weiter

Das türkische Verteidigungsministerium hatte am Dienstag deutlich gemacht, dass die Türkei ihre Offensive nicht wieder aufnehmen werde. Die USA hätten den vollständigen Abzug der syrisch-kurdischen Kämpfer aus Gebieten nahe der Grenze verkündet, in die die Türkei einmarschiert war, erklärte das Ministerium. Allerdings drohte Außenminister Mevlüt Cavusoglu, die Türkei werde syrisch-kurdische Kämpfer "neutralisieren", sollte sie diese in dem Gebiet antreffen.

Trump sagte, fast alle US-Soldaten würden Syrien verlassen. Nur einige sollten bleiben, um Ölfelder in Syrien zu beschützen. Dagegen forderte der russische Vizeaußenminister Sergej Werschinin, die USA müssten auch ihren Stützpunkt in Tanf nahe der jordanischen Grenze aufgeben. Die syrische Regierung wolle die volle Kontrolle über ihr Territorium. Die Anwesenheit von US-Truppen in Syrien sei daher unzulässig.

In den beinahe zwei Wochen während der türkischen Offensive wurden nach Angabe der Vereinten Nationen mehr als 176,000 Menschen vertrieben. Darunter seien fast 80,000 Kinder, sagte UN-Sprecher Stéphane Dujarric.

Trump verkündet Waffenruhe in Nordsyrien und hebt Türkei-Sanktionen auf
Martin Ganslmeier, ARD Washington
23.10.2019 18:53 Uhr

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Über dieses Thema berichtete am 23.10.2019 die tagesschau um 20:00 Uhr und die tagesthemen um 22:15 Uhr.

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