Ein Gebirgsfluss in Tadschikistan | Bildquelle: dpa

Tadschikistan Angriff auf Touristen wohl Terrorakt

Stand: 31.07.2018 12:24 Uhr

Bei dem Angriff auf Radfahrer in Tadschikistan handelt es sich offenbar um einen Terroranschlag. Der IS reklamierte die Tat bereits für sich, doch die Regierung hat eine andere Theorie.

Von Martha Wilczynski, ARD-Studio Moskau

Der Angriff auf eine Touristengruppe im zentralasiatischen Tadschikistan hat offenbar einen terroristischen Hintergrund. Nach Meldungen des auf die Auswertung islamistischer Propaganda spezialisierten US-Unternehmens SITE hat sich die Terrormiliz "Islamischer Staat" zu der Tat bekannt.

Die tadschikische Polizei hatte zuvor in alle Richtungen ermittelt und ebenfalls einen "Terrorakt" nicht ausgeschlossen. Nach SITE-Angaben wäre dies der erste durch den IS verübte Angriff in der ehemaligen Sowjetrepublik.

Tadschikistans Innneminister Rahmizoda bei einer Pressekonferenz | Bildquelle: AFP
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Tadschikistans Innenminister Rahimzoda beschrieb, was nach bisherigen Erkenntnissen über den Angriff bekannt ist.

Regierung macht oppositionelle Gruppe verantwortlich

Der tadschikische Außenminister Siroddschiddin Aslov hingegen macht die in Tadschikistan verbotene extremistische "Partei für Islamische Wiedergeburt" für den Angriff verantwortlich. Örtlichen Medienberichten zufolge soll der Anführer einer für die Organisation tätigen Kämpfergruppe seine Beteiligung an der Tat gestanden haben.

Am Sonntag waren sieben Urlauber, die mit Fahrrädern auf der Pamir-Route in der Nähe der tadschikisch-afghanischen Grenze unterwegs waren, offenbar gezielt von einem Auto angefahren worden. Nach Angaben des Innenministeriums sollen die Täter danach mit Messern und Schusswaffen auf die am Boden liegenden Opfer losgegangen sein.

Präsident kämpft gegen Fundamentalismus

Bei dem Angriff starben zwei US-Bürger, ein Schweizer und ein Niederländer. Zwei weitere Männer wurden verletzt. Nur einer aus der Gruppe blieb unversehrt. Die Behörden sprechen von insgesamt neun mutmaßlichen Tätern. Einige von ihnen sollen bei der Festnahme erschossen worden sein, wobei die konkreten Zahlen variieren.

Im mehrheitlich muslimischen Tadschikistan geht der autoritär regierende Präsident Emomali Rachmon hart gegen religiösen Fundamentalismus vor. Dennoch werben extremistische Gruppen wie der IS immer wieder gezielt um Kämpfer aus der verarmten zentralasiatischen Bergregion.

Angriff auf Touristen in Tadschikistan hat offenbar terroristischen Hintergrund
Martha Wilczynski, ARD Moskau
31.07.2018 12:10 Uhr

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Über dieses Thema berichtete NDR Info am 31. Juli 2018 um 18:30 Uhr.

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