Kämpfer der Taliban in Surkhroad (Afghanistan) | Bildquelle: picture alliance/AP Photo

Afghanistan Taliban lassen westliche Geiseln frei

Stand: 19.11.2019 13:27 Uhr

Mehr als drei Jahre ist es her, dass die radikal-islamischen Taliban in Kabul zwei Männer aus den USA und Australien entführten. Jetzt kamen sie frei - als Teil eines Gefangenenaustauschs.

Die radikal-islamistischen Taliban haben einen US-Amerikaner und einen Australier freigelassen - nach mehr als drei Jahren Gefangenschaft. Das bestätigte die Familie des US-Professors Kevin King. Beide Männer hatte als Professoren der Amerikanischen Universität in Kabul gearbeitet.

American University of Kabul | Bildquelle: Markus Spieker
galerie

Beide Männer arbeiteten an der Amerikanischen Universität in Kabul.

King sei nun bei Vertretern der US-Behörden und erhalte medizinische Versorgung und weitere Unterstützung, hieß es in einer Mitteilung. Er bereite sich auf die Rückkehr in die USA vor. Die Familie King begrüße auch die Nachricht, dass Timothy Weeks, ein mit King in Gefangenschaft gehaltener australischer Staatsbürger, freigelassen worden sei.

Teil eines Gefangenenaustauschs

Die Freilassung von King und Weeks ist Teil eines Gefangenenaustauschs. Vergangene Woche hatte Afghanistans Präsident Aschraf Ghani angekündigt, seine Regierung wolle drei hochrangige Taliban entlassen, um den Weg für persönliche und direkte Gespräche mit den Taliban zu ebnen. Bisher hatten sich die Taliban geweigert, direkte Friedensgespräche mit der Regierung aufzunehmen, die sie als "Marionette" des Westens betrachten.

Ob auch die drei Taliban-Mitglieder bereits auf freiem Fuß sind, darüber gibt es unterschiedliche Meldungen. Fest steht, dass auch der Name Anas Hakkani auf der Liste stand - der jüngere Bruder des Anführers des Hakkani-Netzwerks und Vize-Chefs der Taliban, Siradschuddin Hakkani.

Die Freilassung der drei Häftlinge stieß in Afghanistan auf viel Kritik: Das Hakkani-Netzwerk wird für eine Reihe schwerer Attentate in Afghanistan verantwortlich gemacht - unter anderem den Anschlag in Kabul im Januar 2018 mit mehr als 100 Toten. Außerdem soll die Organisation hinter dem Attentat vor der deutschen Botschaft in Kabul mit mehr als 150 Toten im Mai 2017 stehen.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 19. November 2019 um 12:00 Uhr.

Darstellung: