Der Tanker "Arian Darya 1", ehemals "Grace 1" liegt vor der Küste von Gibraltar. | Bildquelle: AP

Streit um iranischen Tanker USA machen Druck auf Griechenland

Stand: 20.08.2019 09:26 Uhr

Die USA haben die Freigabe des iranischen Öltankers "Adrian Darya 1" scharf kritisiert. Gleichzeitig warnte Außenminister Pompeo Griechenland - wohin das Schiff unterwegs ist - dem Tanker zu helfen.

"Es ist sehr bedauerlich, dass dieses Schiff freigegeben wurde", sagte US-Außenminister Mike Pompeo mit Blick auf die Freigabe des vor Gibraltar festgesetzten iranischen Öltankers. Die durch den Verkauf des Öls erzielten Gewinne würden an die iranischen Eliteeinheiten zurückfließen, "die Terror und Zerstörung gesät und Amerikaner in der ganzen Welt getötet haben". Durch das Öl würden sie mehr Geld haben, um ihre Kampagnen fortzusetzen. "Das ist es, was wir versuchen zu stoppen."

Deutliche Worte an Athen

Ein Vertreter des US-Außenministeriums teilte mit, dass man der Regierung in Athen deshalb eine "deutliche Position" vermittelt habe, den Tanker "Adrian Darya 1" nicht zu unterstützen. Das Schiff hat nach eigenen Angaben Kurs auf die Hafenstadt Kalamata genommen. An Bord befindet sich Öl im Wert von 130 Millionen Dollar.

Der griechische Schifffahrtsminister Ioannis Plakiotakis erklärte, der Tanker habe noch keine offizielle Anfrage gestellt, um in Kalamata anlegen zu dürfen. Es sei offen, ob es wirklich dazu komme, so Plakiotakis - nicht zuletzt, weil der Hafen überhaupt nicht für solch große Schiffe ausgelegt sei.

In der Nacht zu Montag hatte der Tanker trotz US-Interventionen nach wochenlanger Festsetzung die Hoheitsgewässer Gibraltars verlassen können. Das Schiff nahm Kurs auf Griechenland, nachdem die Regierung des britischen Überseegebiets an der Südspitze der iberischen Halbinsel es freigegeben hatte. Zuvor hatten die USA mit juristischen Mitteln versucht, den Tanker zu beschlagnahmen.

Iranischer Öltanker nimmt Kurs auf Griechenland
tagesschau 12:00 Uhr, 19.08.2019

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Internationale Spannungen

Der Tanker war seit dem 4. Juli wegen des Verdachts auf Bruch von EU-Sanktionen gegen das Bürgerkriegsland Syrien vor Gibraltar festgehalten worden. Am Donnerstag entschied ein Gericht, dass die Voraussetzungen dafür nicht mehr vorliegen. Das Schiff wurde inzwischen von "Grace 1" zu "Adrian Darya 1" umbenannt und fährt nun auch offiziell unter iranischer Flagge. Mit der Freigabe des Tankers wächst die Hoffnung auf eine Deeskalation in einem seit Wochen schwelenden Streit - zumindest zwischen London und Teheran.

Der Fall hatte die diplomatischen Spannungen zwischen dem Iran und westlichen Staaten weiter verschärft. Zwei Wochen nach der Festsetzung der "Grace 1" setzte der Iran im Persischen Golf das britische Schiff "Stena Impero" wegen "zwei oder drei Verstößen" gegen Schifffahrtsregeln fest. Damit beschäftige sich nun ein Gericht. Die iranische Regierung hoffe darauf, dass die Ermittlungen bald abgeschlossen werden könnten und ein Urteil verkündet werde, erklärte das iranische Außenamt. Es gebe zwischen den beiden Schiffen aber "keinerlei Verbindung".

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 20. August 2019 um 09:00 Uhr.

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