Der brennende Öltanker im Golf von Oman | Bildquelle: AP

Mutmaßliche Angriffe auf Tanker USA und Großbritannien geben Iran Schuld

Stand: 15.06.2019 08:34 Uhr

Nach den USA hat sich auch Großbritannien festgelegt: Der Iran stecke hinter den mutmaßlichen Angriffen auf zwei Tanker im Golf von Oman. Die arabische Liga reagiert zurückhaltend.

Nach den mutmaßlichen Angriffen auf zwei Tanker im Golf von Oman wächst der internationale Druck auf den Iran.

Die USA und Großbritannien geben dem Land die Schuld. Großbritanniens Außenminister Jeremy Hunt sagte, dass nach Einschätzung seiner Regierung mit "an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit" der Iran hinter den Attacken stehe.

"Der Iran hat das gemacht", hatte zuvor US-Präsident Donald Trump dem US-Sender Fox News gesagt. Er verwies auf ein vom US-Verteidigungsministerium veröffentlichtes Video, das ein Patrouillenboot der iranischen Revolutionsgarden zeigen soll, wie es an einem der Tanker festmacht, um eine nicht explodierte Haftmine vom Rumpf zu entfernen. Das Video habe aufgedeckt, dass die Mine von dem Boot aus entfernt worden sei. "Das riecht förmlich nach dem Iran."

Zuvor hatte bereits US-Außenminister Mike Pompeo den Iran für die Attacken verantwortlich gemacht. US-Verteidigungsminister Patrick Shanahan forderte eine "internationale Antwort".

Auch Großbritannien beschuldigt Iran wegen Attacken auf Tanker
tagesschau 20:00 Uhr, 15.06.2019, Natali Amiri, ARD Istanbul

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Iran weist Anschuldigungen zurück

Der Iran nannte die Anschuldigungen der USA "gegenstandslos" und erhielt Unterstützung der russischen Regierung, die vor "voreiligen Schlüssen" warnte. Außenminister Mohammed Dschawad Sarif wies die Vorwürfe der USA zurück.

Die US-Regierung beschuldige den Iran, ohne einen "Schnipsel" Beweise vorzulegen, kritisierte er. Die USA wollten die diplomatischen Bemühungen etwa von Japans Ministerpräsidenten Shinzo Abe sabotieren, um ihren "Wirtschaftsterrorismus" gegen den Iran zu verschleiern. Der iranische Präsident Hassan Rouhani bezeichnete die USA als "schwere Bedrohung für die Stabilität" in der Region.

Guterres will unabhängige Untersuchung

UN-Generalsekretär Antonio Guterres rief unterdessen zu einer unabhängigen Untersuchung des Vorfalls auf. Er forderte, dass herausgefunden werden müsse, wer für die Explosionen an Bord der beiden Schiffe verantwortlich sei. "Es ist sehr wichtig, die Wahrheit zu erfahren", sagte er. Es sei Aufgabe des UN-Sicherheitsrats, solche Ermittlungen in die Wege zu leiten.

Der Generalsekretär der Arabischen Liga mahnte Teheran zu Zurückhaltung. "Mein Aufruf an meine iranischen - und ich nenne sie - Brüder: Seid vorsichtig und kehrt euren Kurs um, denn ihr drängt alle in eine Konfrontation, in der niemand sicher wäre, sollte sie passieren", sagte Ahmed Abul Gheit nach einem Treffen mit UN-Generalsekretär Guterres.

Abul Gheit wollte sich noch nicht auf eine Position festlegen. Es gebe widersprüchliche Berichte, wer verantwortlich sei. Das müsse erst geklärt werden. "Die Fakten werden offengelegt werden, da bin ich sicher. Es ist nur eine Frage der Zeit." Treibende Kraft in der Arabischen Liga ist Saudi-Arabien, der Erzfeind des Iran.

Vorfälle am Donnerstag

Der norwegische Tanker "Front Altair" und die "Kokuka Courageous" aus Japan hatten am Donnerstag im Golf von Oman einen Notruf abgesetzt, nachdem es bei beiden Schiffen an der Wasserlinie Explosionen gegeben hatte. Auf der "Front Altair" gab es laut der norwegischen Seefahrtsbehörde drei Explosionen. Erst nach mehreren Stunden konnte das Feuer an Bord gelöscht werden.

Die Besatzung des japanischen Tankers berichtete ihrerseits, ein "fliegendes Objekt" habe ihr Schiff getroffen. Demnach hatte es bereits drei Stunden zuvor einen Angriff gegeben, woraufhin die Besatzung "Ausweichmanöver" vorgenommen habe.

Beide Schiffe hatten kurz vor den Angriffen die Straße von Hormus passiert. Die Meerenge zwischen dem Iran und dem Oman ist einer der wichtigsten Transportwege für internationale Erdöllieferungen.

US-Regierung macht Iran für Angriffe auf Öltanker verantwortlich
Jan Bösche, ARD Washington
13.06.2019 21:47 Uhr

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Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 15. Juni 2019 um 09:50 Uhr.

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